Der Zauberer des Lichts: Hobbyfotograf Bölke inszeniert Motive

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Kamera und Taschenlampen sind seine wichtigsten Begleiter: Hobbyfotograf Thomas Bölke.

Wolfhagen. Er fotografiert nicht, er inszeniert. Vornehmlich bei Nacht, immer aus einem besonderen Blickwinkel. Dabei hat Thomas Bölke mit der Fotografie eigentlich nie viel am Hut gehabt.

Auch als der Wolfhager sich 2004 seine erste Digitalkamera kauft, soll sich daran zunächst nichts ändern. „Die habe ich eher mit Missachtung gestraft, höchstens mal für Dokumentationsarbeiten während meines Biologiestudiums verwendet“, sagt Bölke.

Das Diplom in der Tasche, arbeitet er an verschiedenen befristeten Projekten mit und muss erkennen, dass das Fußfassen in der Biologie nicht leicht, die Arbeit im Labor für ihn nicht das Richtige ist. Er probiert sich als Reporter bei einer Zeitung, eine Zeit, in der er die Liebe zur Fotografie entdeckt. Doch es sind nicht die alltäglichen Fotos, die es dem heute 36-Jährigen angetan haben, es sind die außergewöhnlichen Motive, die er durch geduldiges Beobachten, Experimentieren oder auch „bewusstes Herumspielen mit der Kamera“ einfängt.

Fasziniert von Extremen

Jetzt will er wissen, was passiert, wenn er die Vollautomatik seiner Canon ausschaltet, die Verschlusszeit selbst einstellt und die Blende entsprechend der Lichtverhältnisse wählt. Er ist fasziniert von den Möglichkeiten, die ihm die Fotografie bietet, insbesondere bei Extremverhältnissen. „Das Spiel mit Licht bei völliger Dunkelheit fasziniert mich“, sagt der ambitionierte Hobbyfotograf, der auch gern mal als Zauberer des Lichts bezeichnet wird. Das hat er seinen Fotos zu verdanken, die er im Nationalpark Kellerwald-Edersee aufgenommen hat, zu Zeiten, in denen andere Menschen den Wald eher meiden.

„Ich liebe es, wenn es im Unterholz knackt, der Wind durch die Blätter raschelt und in der Ferne ein Uhu ruft“, schwärmt Bölke. Hat ihm sein Bauch mithilfe eines Kribbelns den Weg zur richtigen Stelle gewiesen, beginnt Bölke zu malen. Mit Licht, denn neben seiner Kamera sind Taschenlampen und Fackeln seine wichtigsten Begleiter.

Light-Painting heißt diese Art der Kunst, mit der er seinen Kulissen einen ganz besonderen Zauber einhaucht und dem Betrachter seiner Werke ungewohnte Einblicke in die Schönheit der heimischen Natur bietet.

Kalender für 2013

Um ungewohnte Einblicke geht es auch bei Bölkes aktuellem Projekt, einem Fotokalender fürs kommende Jahr. Ausnahmsweise nicht bei Nacht, lädt der Fotokünstler ein, den Spuren seiner Bilder zu folgen. Dazu gehört, dass seine Fotos zum größten Teil im Monat des jeweiligen Kalenderblattes entstanden sind. Doch auch hier kann er das Spiel mit dem Licht nicht lassen, wenn er beispielsweise den nächtlichen Sternenhimmel über Wolfhagen einfängt oder der Marktplatz zum Jahresende im Schein des Silvesterfeuerwerks erstrahlt.

Der DIN A3-Kalender ist zum Preis von 19,90 Euro bei Schreibwaren Schomburg, in der Buchhandlung Mander sowie im Copy-Point erhältlich.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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