Pädagogisch-medizinisches Zentrum Wabern betreut Schüler auch tagsüber

Zehn Plätze für Problemfälle

Schwalm-Eder. Sie sind hyperaktiv, haben Lern- und Leistungsstörungen, sind vielleicht auch sozial auffällig, aggressiv und eventuell in ihrer Entwicklung verzögert. Für diese Jungen und Mädchen zwischen sechs und 15 Jahren, die besonders pädagogisch gefördert werden müssen, gibt es in Homberg jetzt eine neue Tagesgruppe.

Das Pädagogisch-medizinische Zentrum Wabern (PMZ), betrieben von Vitos Kalmenhof, hat diese Tagesgruppe für zehn Schülerinnen und Schüler eröffnet. Die Jungen und Mädchen werden dort wochentags nach der Schule bis 18 Uhr von derzeit zwei Erzieherinnen betreut.

„Es gibt eine steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen, bei denen das Jugendamt einen erhöhten erzieherischen Bedarf feststellt“, betont Jörg Hans, Fachbereichsleiter des Pädagogisch-medizinischen Zentrums Wabern. Für sie sei das Betreuungsangebot entwickelt worden, das sowohl dem individuellen Förderbedarf der Jungen und Mädchen gerecht werde, als auch die Eltern gezielt dabei unterstütze, ihre erzieherische Kompetenz zu erweitern und Überforderungssituationen abzubauen. Einzugsgebiet für die Tagesgruppe ist der gesamte Schwalm-Eder-Kreis.

Die Gruppe ist koedukativ, also für Jungen und Mädchen angelegt. Die Kinder und Jugendlichen kommen nach der Schule in den Martinweg 6 und essen dort zunächst gemeinsam zu Mittag, bevor sie ihre Hausaufgaben erledigen, spielen und entspannen. Das Angebot ist eingebettet in eine intensive pädagogische Gruppen- und Einzelbetreuung.

Dabei werden den Kindern klare Strukturen und Regeln des Miteinanders vermittelt. In Konfliktsituationen und Krisen können sie verschiedene Lösungsalternativen entwickeln und erproben.

„Die pädagogischen Fachkräfte begleiten diese Lernprozesse mit Blick auf die Fähigkeiten und Stärken der einzelnen Jungen und Mädchen“, sagt Jörg Hans. Die Erfolge könnten das Selbstvertrauen der Kinder stärken und dazu beitragen, dass auch schulische Lücken geschlossen werden.

Darüber hinaus soll durch die stützende Betreuung in der Tagesgruppe auch die familiäre Situation gefestigt werden. Das Konzept beruht auf einer engen Zusammenarbeit mit den Eltern und Lehrkräften der Kinder.

Die Betreuungskosten werden in der Regel vom Jugendamt als Hilfen zur Erziehung übernommen. Der Transport der Kinder zwischen Schule, Elternhaus und Tagesgruppe wird vom PMZ organisiert. (ula)

Quelle: HNA

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