Stadtverordnete wollen gegen geplanten Neubau Einspruch einlegen

+
Stein des Anstoßes: Auf einer Hinweistafel in der Melsunger Koudougou-Allee (Foto) ist das Gebäude zu sehen, das ein Immobilien-Unternehmen dort bauen will. Eigentumswohnungen sollen entstehen.

Melsungen. Die Lage ist excellent. In der Koudougou-Allee mit Blick über Melsungen will eine Immobilien-Firma eine Wohnanlage mit 13 Eigentumswohnungen bauen. Darauf weist eine Tafel auf dem Grundstück hin. Im Melsunger Parlament regte sich gegen diese Pläne am Dienstag Widerstand.

Die Stadtverordneten äußerten Bedenken. Das Gebäude sei an dieser exponierten Stelle zu wuchtig.

Die Verwaltung soll nun prüfen, ob ein Verstoß gegen das so genannte Übermaßverbot vorliegt. Eine Veränderungssperre wird erlassen. So sollen die Zeichen erst einmal auf Stop gestellt und Zeit gewonnen werden, um mit dem Bauherrn über die Gestaltung der Anlage zu verhandeln. Alle Fraktionen stimmten dieser Vorgehensweise zu.

Die Freie Wählergemeinschaft hatte mit einem Antrag auf die Situation in der Koudougou-Allee aufmerksam gemacht. Bisher seien in diesem Gebiet nur Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut worden. „Jetzt soll dort ein langgezogener Klotz auf dem Balkon von Melsungen entstehen. Das muss verhindert werden“, sagte FWG-Sprecher Martin Gille.

Dr. Ludwig Georg Braun (FDP) regte an, sich auf das Übermaßgebot zu berufen und Einspruch gegen diese Form der Bebauung einzulegen. So könne man für Aufschub sorgen, um mit dem Bauherrn zu verhandeln. Braun: „Was da auf Melsungen zukommt, ist nicht geeignet, zur Verschönerung der Stadt beizutragen.“ Der Investor sollte Verantwortung übernehmen, auch wenn er nach jetzigem Stand eine Bebauungsgrundlage hätte.

Nach Informationen der SPD will der Investor sogar 20 Wohnungen und 17 Garagen bauen. „Wir fühlen uns überfahren“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Volker Wagner. Das Projekt habe Ausmaße angenommen, die so nicht in die Umgebung passten.

„Auch uns gefällt die Planung nicht“, sagte auch Bernhard Lanzenberger (CDU). Und offenbar solle die Wohnanlage sogar noch erweitert werden. Lanzenberger machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass sich der Investor immer noch im Rahmen des Bebauungsplanes bewege.

Der Investor war gestern nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Nach Informationen der Stadtverwaltung beabsichtigt das Unternehmen, den Bauantrag zu modifizieren, um 20 Wohneinheiten bauen zu können. Bei der Bauaufsicht liege dieser neue Antrag aber noch nicht vor.

Die CDU hatte in einem Antrag angeregt, den Umgang mit Bebauungsplänen grundsätzlich neu zu regeln. Nur noch die aktuellen Bebauungspläne sollten gültig bleiben. Dann wäre die umgebende Bebauung maßgeblich, so Lanzenberger. Der Antrag soll in den Ausschüssen behandelt werden.

Quelle: HNA

Kommentare