Bürgerinitiative Schwalm ohne Autobahn weihte Installation am Tunnel bei Frankenhain ein

Zeichen für verletzte Landschaft

Treysa. Er steht sinnbildlich für die Verletzung einer Landschaft - ein Körper. Zu sehen ist das Abbild auf drei Fahnen, die kurz vor dem nördlichen Tunneleingang bei Frankenhain wehen.

Wie lange, das ist unklar. Denn in zwei bis drei Jahren wird hier eine Lärmschutzwand gebaut. Doch die Mitglieder der Bürgerinitiative Schwalm ohne Autobahn wollten bewusst jetzt ein Zeichen setzen. Jetzt stellten sie das Kunstwerk, das zum Kunstweg 49a gehört, auf. Es ist der 14. Standort. Die Fahneninstallation stiftete der Fotograf und Künstler Erhard Scherpf.

Akzente zum Umdenken

Alle Werke stehen entlang der Trasse, erläuterte der Sprecher der Initiative Jörg Haafke. Standorte seien Wegesränder, Grundstück von Privatpersonen, aber auch Flächen von Hessen Mobil. Nach dem wohl verlorenen Versuch, eine verträgliche Verkehrspolitik zu erreichen und den Weiterbau der Autobahn zu verhindern, wolle die Bürgerinitiative auch zukünftig Akzente zum verkehrspolitischen Umdenken setzen. „Wir brauchen einen neuen Ansatz für die Umweltarbeit. Ich denke, der Kunstweg ist unser roter Faden“, erklärte Haafke. Die Kunstwerke sollten darauf aufmerksam machen, wie die Landschaft durch den Bau der Trasse zerstört und zerschnitten würde.

Daran knüpfte Erhard Scherpf an. Er setzte die Verletzung eines Körpers mit der einer Landschaft gleich. „Landschaft oder Körper - werden sie verletzt, wird Identität verletzt, zerstört und geht verloren“, sagte er. „Die Identität einer Landschaft, die sich bisher nicht teilte in ein Diesseits oder Jenseits der Autobahn. Die Identität von Menschen, die vielleicht seit Generationen ihren Stolz auch aus dieser unzerstörten Landschaft bezogen haben.“

Nur wenigen, deren Identität und vielleicht auch wirtschaftliche Grundlage nicht so tief mit der Landschaft verbunden sei, werde es gelingen, sich der Zerstörung von Lebensqualität vielleicht gerade noch rechtzeitig zu entziehen. „Aber eine solche Veränderung ist immer von Schmerzen begleitet“, war der Künstler überzeugt.

Als Kontrast zu den aufrechten Fahnenstangen pflanzten die Mitglieder der Initiative einen kugelig anmutenden Blutspitzahorn.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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