Zeit drängt: Kommunen und Privatleute müssen Kanäle untersuchen lassen

Schwalm-Eder. Bis Ende März 2012 müssen die Kommunen ein Konzept vorlegen, wie sie die privaten und kommunalen Abwasserzuleitungen zu den Hauptkanälen untersuchen und gegebenenfalls sanieren lassen wollen.

Zwischen 500 und 1000 Euro werde eine solche Untersuchung je Hausanschluss kosten, schätzt Stephan Gieseler, Direktor des Hessischen Städtetages. Zwei Modelle seien erarbeitet. Dem aktuellen Favorit nach, liege die Umsetzung in der Hand der Kommunen. Diese würden die Untersuchungen nach standarisierten Methoden vornehmen lassen. Die Kosten könnten langfristig über die Abwassergebühren auf die Haushalte umgelegt oder in Abschlagszahlungen beglichen werden, sagte Dieter Runzheimer während eines Treffens der Mitglieder des Hessischen Städtetages in Gudensberg.

Bis 2024 müssen die privaten und gemeindlichen Zuleitungen in die öffentlichen Kanäle überprüft werden. Das schreibt die Eigenkontrollverordnung vor. Kanäle, die ab 1996 gebaut wurden, sind erst bis 2039 an der Reihe. Im Zuständigkeitsbereich der Unteren Wasserbehörde im Landkreis geht man von 65.000 privaten Zuleitungen aus. Hinzu kommen die von Fritzlar, Schwalmstadt, Melsungen und Edermünde, die direkt dem Regierungspräsidium unterstehen, weil sie an Großkläranlagen angeschlossen sind.

Nachdem bis 2005 alle Hauptkanäle der Kommunen untersucht werden mussten, kommen nun auf die Kommunen noch einmal Kosten zu. Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth zum Beispiel schätzt, dass in seiner Gemeinde 700 gemeindliche Anschlussleitungen wie Straßeneinläufe untersucht werden müssen.

Hilmar Danz von der Kreisverwaltung macht Dampf: „Firmen, die solche Untersuchungen vornehmen, werden in den nächsten Jahren überlastet sein. (sis/ddd)

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Quelle: HNA

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