Stadtparlament: Neue Fotovoltaik-Freifläche kommt 

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Solar-Module so weit das Auge reicht: Der Techniker Steffen Kurz überprüft eine neu installierte Fotovoltaik-Anlage. Bei der Solarförderung sind Einschnitte geplant, die bei Freiflächenanlagen mehr als 30 Prozent betragen.

Wolfhagen. Der Bau der Fotovoltaik-Freifläche entlang der Bahntrasse zur früheren Wolfhager Kaserne ist wieder ein Stück näher gerückt.

Die Mehrheit der Stadtverordneten im Wolfhager Stadtparlament stimmte baurechtlichen Grundlagen zu, außerdem der Gründung einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Wolfhagen, die die Anlage errichten und betreiben wird sowie der Übernahme einer Kommunalbürgschaft für die zu gründende Tochtergesellschaft.

Grüne und Bündnis Wolfhager Bürger (BWB) lehnten die Anträge ab. Die grundsätzlichen Bedenken gegen das Projekt nannte Uwe Nord vom BWB während der Beratung und Beschlussfassung über die Stellungnahmen. Zur Ausweisung einer Sonderbaufläche für Fotovoltaik in Gasterfeld waren die Änderung im Flächennutzungsplan offengelegt, Anregungen und Kritik vorgebracht worden.

Nord kritisierte das „atemberaubende Tempo“, mit dem das Projekt vorangerieben werde. Die Prüfung naturschutzfachlicher Belange sei zu kurz gekommen. Und es sei falsch, landwirtschaftliche Flächen für einen so langen Zeitraum aus dem Verkehr zu ziehen. Sie fallen für die Produktion von Lebensmitteln aus.

Dr. Axel Vetter von den Grünen erklärte, dass man grundsätzlich die Bemühungen zum Ausbau Wolfhagens zur energieeffizienten Stadt unterstütze und die Solarenergie als ein Baustein sehe. Aber wie auch im Fall des Rödeser Berges gebe es für Solaranlagen besser geeignete Standorte als die anvisierte Fläche bei Gasterfeld, beispielweise entlang der A 44.

Grünen-Fraktionschef Peter Kranz sagte, dass der Standort bei Gasterfeld vom Gesetz her erlaubt sei, „aber nicht alles was erlaubt ist, ist auch gut.“ Der Gesetzgeber fördere inzwischen so genannte Freilandflächen nicht mehr, Ausnahmen seien vorbelastete Standorte, Flächen an Bahnstrecken und Autobahnen.

Kranz: „Leider hat der Gesetzgeber bei der Festlegung von Schienenwegen keine Unterscheidung zwischen einer hochfrequentierten ICE-Strecke und einem praktisch stillgelegten Schienenweg in die ehemalige Kaserne gemacht.“

Dass man Tempo mache, sei sinnvoll, sagte Bürgermeister Reinhard Schaake. In der Beschlussempfehlung des Magistrats zur Gründung der Tochtergesellschaft der Stadtwerke ist die Begründung aufgeführt. Angesichts der sich ändernden Fristen und Vergütungshöhen beim Erneuerbaren Energien Gesetz würde die Wolfhager Anlage bei einer Errichtung bis zum 30. Juni 2012 in den Genuss einer höheren Einspeisevergütung kommen.

Ein wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Allerdings gibt es für einige Komponenten der Solaranlage bereits Engpässe und längere Lieferzeiten. Bürgermeister Schaake: „Es ist richtig, wenn wir die Chancen ausnutzen“.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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