Grundschule an den Türmen in Fritzlar wird nach den Sommerferien Ganztagsschule

Die Zeiten ändern sich

Von 7 bis 17 Uhr: So lang wird die Grundschule an den Türmen nach den Sommerferien für die Schüler da sein. Darüber freuen sich die Schüler ebenso wie Iris Nitschke (links) und Barbara List. Foto: Yüce

Fritzlar. Den ganzen Tag die Schulbank drücken: Was früher wie eine Drohung klang, ist heute alles andere als das. Denn nur auf der Schulbank sitzen die Kinder längst nicht mehr. Und vor allem bringt der Unterricht nach Schulschluss die Schüler weiter und kann auch richtig viel Spaß machen.

Davon sind auch Iris Nitschke, die Leiterin der Fritzlarer Schule an den Türmen, und Barbara List, Vorsitzende des Fördervereins der Schule, überzeugt. Und das nicht ohne Grund: Nach den Sommerferien wird die Grundschule zur Ganztagsschule und dann von 7 bis 17 Uhr geöffnet sein. Das Angebot wird vor allem eines sein: abwechslungsreich.

Bis 15 Uhr kostenlos

Von 7.55 Uhr bis 15 Uhr ist das Angebot kostenlos (siehe Hintergrund). Danach kann man unterschiedliche Betreuungs-Bausteine dazu buchen. So zum Beispiel sportliche oder kulturelle Angebote. Auch werde man die Hausaufgabenhilfe der AWO in das Programm integrieren. Geschultert werden soll das alles durch die Zusammenarbeit mit externen Honorarkräften, Lehrern und Vereinen, erklärt Barbara List.

Träger und damit Arbeitgeber wird der Förderverein. Die Personal- und Finanzverwaltung übernimmt die Starthilfe, und die Stadt Fritzlar beteiligt sich im ersten Jahr mit bis zu 15 000 Euro an den Kosten. „Somit können wir verlässlich und ohne Risiko ein vernünftiges Angebot machen“, sagt Nitschke und freut sich über die Unterstützung: „Das gibt uns Sicherheit.“

Die Teilnahme am Ganztags-Angebot ist freiwillig, betont sie. Doch wer sich dafür anmelde, verpflichte sich zur Teilnahme. 90 Kinder werde man in der Ganztagsschule aufnehmen. Dazu gehört dann auch die Teilnahme am Mittagstisch. „Wir arbeiten mit dem Lindenhof zusammen, und der bietet ein gesundes und ausgewogenes Essen“, sagt Nitschke. Für muslimische Kinder gibt es schon jetzt eine Alternative zum Schweinefleisch.

Eine Verzahnung zwischen den Vor- und Nachmittagsangeboten wolle man langfristig erreichen. Wichtig sei, dass den Kindern, die nicht am Ganztagsprogramm teilnehmen, schulisch kein Nachteil entstehe. Zugleich sei das Angebot ein Vorteil für alle, die nachmittags alleine zu Hause seien, erklärt Nitschke.

Schon seit 2009 bietet die Grundschule eine Betreuung nach Schulschluss (7.30 Uhr bis 16 Uhr) und einen Mittagstisch an. Mit diesem Angebot hat man sich quasi warmgelaufen. „Diese Erfahrung macht es uns möglich, unaufgeregt und verlässlich von der Betreuung zu einer Schule mit Ganztagsangebot hinüberzugleiten“, sagt Nitschke. 65 Kinder nehmen derzeit an der Betreuung teil – es gibt eine Warteliste. „Der Bedarf steigt“, stellt die Schulleiterin fest. Grund dafür sei, dass es immer mehr berufstätige Eltern und Alleinerziehende gebe.

„Die Gesellschaft verändert sich und unsere Schule hält Schritt.“ Man wolle das Angebot in den nächsten Jahren wachsen lassen und ausbauen. „Wir werden mit den Erfahrungen wachsen“, sagt Nitschke.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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