Eröffnung vermutlich 2018

Zeitplan für Einkaufszentrum in Homberger Innenstadt verzögert sich

Keine Anlieferung über den Bindeweg: Schüler der Theodor-Heuss-Schule sollen die Trennwand zum EKZ gestalten. Grafik: Schoofs/ANP

Homberg. Das Gelände des ehemaligen Autohauses Ulrich in Homberg ist für Projektentwickler ein Sahnestück. Ein Einkaufszentrum wird es dort allerdings später als gedacht geben.

Zum einen bestehe auf dem Gelände die Möglichkeit für großflächigen Einzelhandel und zum anderen spiele in der Stadt die Musik. So zumindest hat es Andreas Tischler, Berater von Schoofs Immobilien, am Dienstagabend bei einer Bürgerinformation in der Stadthalle skizziert. Etwa 100 Zuhörer waren gekommen.

Die Projektentwickler aus Frankfurt wollen in Homberg im Bereich der Kasseler Straße, Ziegenhainer Straße und Bindeweg ein Einkaufszentrum bauen. Doch wie würde sich ein solches Einkaufszentrum auf die Wirtschaft und den Verkehr auswirken? Und welche Fragen rund ums EKZ beschäftigen die Homberger?

Eines scheint schon jetzt klar: Der Zeitplan der Projektentwickler hat sich verschoben. Sollte für sie alles laufen wie geplant, rechne man statt mit einer Eröffnung zum Weihnachtsgeschäft 2017 nun mit einem Verkaufsstart zum Ostergeschäft 2018, sagte Tischler. Grund dafür sei auch die geänderte Planung (Anlieferung und Architektur), die man auf Wunsch der Homberger bereits vorgenommen habe. Man wolle jetzt aber keine Zeit mehr verlieren.

Bürgermeister Dr. Nico Ritz rief dazu auf, die Bauleitplanung mitzugestalten. „Lassen Sie uns auseinandersetzen und vorankommen.“ Den vorhabenbezogenen Bebauungsplan kann man im Bauamt der Stadt sowie über die Internetseite www.homberg-efze.de einsehen. Bis zum 20. Mai können Anregungen und Bedenken eingereicht werden.

Als sehr positiv und als Frequenzbringer bewertete Monika Kollmar von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), die geplante Kombination von Supermarkt (Rewe) und Discounter (evtl. Aldi).

Positiv würde sich ein Mini-Kreisel auf den Verkehr an der Ziegenhainer und Kasseler Straße auswirken, so Andreas Schmitz (Büro IKS). Sowohl Wartezeiten als auch Rückstau würden laut Verkehrsgutachten reduziert. Und: Die Anbindung für Fußgänger in die Altstadt verbessere sich. Der Kreisel müsse vor dem EKZ fertig sein, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Wir wollen ihn auch testen“, betonte er.

Freizeit- und Kultureinrichtungen wie eine Bowlingbahn seien in dem EKZ nicht vorgesehen, sagte Tischler auf die Frage von Jana Edelmann-Raute. Das sei nicht das Geschäft von Schoofs. Sollte es Nutzer geben, die das umsetzen wollen, sollten die sich bitte melden.

Eine gute Lösung für die angrenzende Schulsternwarte der Familie Karger werde gesucht. Man sei im Gespräch und wolle, dass sie erhalten bleibe, sagte Markus Staedt vom Planungsbüro ANP.

Nach den überarbeiteten Plänen verändere sich das Verkehrsaufkommen im Bindeweg nicht und die Schulwegsicherheit sei gewährleistet.

Negativ würde sich ein Einkaufszentrum in der Innenstadt auf die Geschäfte im Osterbach auswirken. Es sei auch nicht auszuschließen, dass Geschäfte aus der Innenstadt - genannt wurden Apotheken, Optiker und Sanitätshaus - aufgeben oder ihren Betrieb verlagern müssten. Allerdings sei durch das geplante EKZ kein Staubsauger-Effekt zu erwarten.

Eine Überführung zum Stadtpark oder zum Kaufhaus Sauer werde es nicht geben. Das sei nicht nur zu teuer, man müsste eine 100 Meter lange Rampe bauen, um den Höhenunterschied auszugleichen.

Lesen Sie dazu auch:

- Bedenken jetzt benennen: Pläne für ein Einkaufszentrum in der Homberger Innenstadt

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare