Museum der Schwalm stellt Gemälde aus 100 Jahren Kunstgeschichte aus

Zeitreise durch die Malerei

Alltag in der Schwalm: Ausstellungskurator (links) Johannes Prinz und Wolfgang Rupp, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbunds, präsentieren das wertvollste Gemälde der Ausstellung, den Sägeschärfer im Wald von Carl Bantzer. Foto: Herbst

Schwalmstadt. Ganz schön aufgehübscht hat sich das Museum der Schwalm: Grau gestrichene Wände, damit die Gemälde besser zur Geltung kommen, spezielle Rollos vor den Fenstern, die das Sonnenlicht regulieren und individuell ausgerichtete Deckenfluter rücken die Gemälde ins rechte Licht.

Die Werke sind 50 ausgewählte Bilder aus den letzten 100 Jahren Schwälmer Malereigeschichte. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Museums der Schwalm stellt der Schwälmer Heimatbund Gemälde aus, die Schwälmer Motive zeigen oder von Schwälmer Künstlern gemalt wurden. „Eine Ausstellung in diesem Stil hat es noch nie gegeben“, sagt Wolfgang Rupp, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes.

Ein Jahr lang hat der Heimatbund die Ausstellung vorbereitet und geplant. Dank des großen Bilderfundus des Museums, musste der Verein nicht auf private Leihgaben zurück greifen. Alle Gemälde der Ausstellung sind im Besitz des Heimatbundes.

Durch alle Epochen

Die Ausstellung ist eine vielseitige Wanderung quer durch 100 Jahre Malereigeschichte. Impressionistische Werke hängen neben Gemälden aus der Romantik, Originalbilder von Carl Bantzer befinden sich ganz in der Nähe von Werken Ferdinand von Reitzensteins, einem vorwiegend regional bekannten Künstler.

Die Werke stammen nicht nur aus Willingshausen mit seiner Künstlerkolonie. „Vielen Künstlern wurde in Willingshausen das Gedränge einfach zu groß“, sagt Johannes Prinz, Kurator der Ausstellung. Die Maler wichen nach Obergrenzebach, Röllshausen, Schrecksbach und in andere Orte aus. Die Landbevölkerung in ihren Festtrachten war ein beliebtes Motiv der akademischen Künstler.

„Die Schwalm hat mit ihrer unberührten Eigenart und den urwüchsigen Schwälmer Menschen die Maler seit jeher inspiriert“, sagt Johannes Prinz. Dass die Schwalm Künstler auch heute noch inspiriert, zeigt das Gemälde von Michael Lampe, siebter Stipendiat der Künstlerkolonie Willingshausen. Er malte 1999 während seines Stipendiums in Willingshausen einen Schwälmer Brautstuhl, der in der Ausstellung des Heimatbundes den Übergang zur Neuzeit repräsentiert.

Eröffnung mit Musik

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung „100 Jahre Maler in der Schwalm“ am Mittwoch, 7. November ab 18 Uhr. Die Einladungen hat der Schwälmer Heimatbund bereits verschickt. Zur Eröffnung wird die Pianistin Roswitha Aulenkamp spielen.

Bis zum 30. Dezember können Besucher die Sonderausstellung im frisch renovierten Museum der Schwalm besuchen.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro und ein Euro ermäßigt.

Von Ann-Kristin herbst

Quelle: HNA

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