Zeitweise höllisch lautes Musifestival mit vier Formationen

Die Formation Tumult mal ganz zahm: mit Sascha Myzek, Sebastian Rückert, Pascal Peters und Karsten Saal. Fotos: Hirchenhain

Beim Musikfestival der Evangelischen Jugend Melsungen ging's im Dietrich Bonhoeffer-Zentrum am Freitagabend zeitweise höllisch laut zu. Vier Bands präsentierten sich einem altersgemischten Publikum.

Einmal jährlich zu Beginn des Sommers gibt es im Bonhoeffer-Zentrum ein Wohnzimmerkonzert, erklärte evangelischer Jugendarbeiter und Sänger Tobias Schopf zum Festival. „Man ist sich ganz nahe und kann sich gut riechen“, sagt Schopf.

Heimspiel

Quasi ein Heimspiel hatte dabei die Formation der evangelischen Jugend aus Melsungen: „Head up“ (Kopf hoch) mit Frontfrau Gisela Paulus und dem jüngsten Musiker an diesem Abend, dem gerade 16 Jahre alt gewordenen E-Gitarristen Julian Jerik. Die Formation brachte überwiegend Coversongs berühmter Vorbilder wie Neil Young, Pink Floyd, Guns N’ Roses und Bob Dylan. „Dies ist unser erster richtiger Auftritt vor Publikum, seit wir uns Ende 2015 gegründet haben“, sagte Gisela Paulus, ehe sie ihr Lieblingslied „Fast car“ von Tracy Chapman gefühlvoll - von Tobias Koch auf der Akustikgitarre begleitet - ins Mikrofon hauchte. Überhaupt waren die von „Head up“ an diesem Abend dargebotenen Songs mehrheitlich Ohrwürmer, sei es nun Pink Floyds „Wish you were here“ oder Bob Dylans „Knocking on heavens door“.

Technikteam

Das Technikteam hatte an diesem Abend alle Hände voll zu tun, um die Band „Tumult“ um den Sänger Sebastian Rückert einigermaßen zu bändigen. Akustisch machte die Band ihrem Namen alle Ehre, für das kleine Wohnzimmer im Bonhoeffer-Zentrum war sie eigentlich doch ein bisschen zu laut. Die eigenen Texte auf Deutsch oder Englisch waren beim besten Willen nicht zu verstehen. Aber das Publikum liebte und goutierte die vier Jungs aus Kassel.

Wesentlich sanfter und melodischer kamen die beiden Liedermacher Justus Engelke und Lenni Kraus von der Gruppe „Lowfield“ daher, die als Ersatz für die ursprünglich angekündigte Band „Better Treatment“ aufspielte. Ausschließlich eigene Songs zu den Themen Liebe, Freiheit, Lust und Frust wurden wunderbar vorgetragen, die musikalische Beeinflussung durch John Mayor oder Adam Cohen war zu spüren.

„Man ist sich ganz nahe und kann sich gut riechen.“

Den Abschluss des Abends bildete „Bollwerk“, die Band um den Melsunger Daniel Boll, die seit Oktober 2015 zusammen spielt. „Ich habe vorher allein gespielt“, sagt Daniel, „bin aber dann über das Bonhoeffer-Zentrum mit anderen zu einer Band gewachsen.“

Auch „Bollwerk“ spielte ausschließlich eigene Lieder, zu Themen, die junge Menschen häufig berühren. Der eigene Fanclub sorgte bei „Bollwerk“ für die entsprechende Unterstützung, die erste CD soll 2017 eingespielt werden.

Ein insgesamt sehr runder Abend mit guter Musik für alle Geschmäcker, und dies nicht nur für Jugendliche. (yhg)

Quelle: HNA

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