Friedensstraße 13: In der Katholischen Kirche Sankt Maria pulsiert das Leben

Ein Zelt Gottes auf Erden

Ein Licht des Friedens: Auch (von links) Manuel, Rudolf, Marcel, Dominik, Theresa und Celine als Wölflinge der Wolfhager Pfadfinder Sankt Heimerad bereiten sich zusammen mit Ruslana Eckenberger für die Abholung des Friedenslichts aus Betlehem vor. Foto: zih

Wolfhagen. Die 13 ist im volkstümlichen Aberglauben bekanntlich eine Zahl, die mit Unglück in Verbindung gebracht wird. Das kann man von der Hausnummer 13 in der Wolfhager Friedensstraße wahrlich nicht sagen. Ganz im Gegenteil.

Denn hinter dieser Hausnummer verbirgt sich nicht nur das Pfarrbüro der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Maria Wolfhagen, sondern als architektonisches Gesamtensemble auch die der Heiligen Marie, der Mutter des Erlösers Jesus Christus geweihten Kirche nebst dem Gemeindezentrum.

Ein profanes Unglück, be- ziehungswei- se eine Pechsträhne kann in Sankt Maria aber schon einmal vorkommen. Näm lich für einen Kegelbruder oder eine Kegelschwester. Wenn diese beim Wurf in die Vollen einen Pudel fabrizieren. Im Klartext: wenn die Kugel statt auf die Abräumbahn in eine der beidseitigen Rinnen gesetzt wird. Denn die Wolfhager Kirche ist vermutlich weit und breit das einzige Gotteshaus, das im Geschoss unter dem Altar über eine Zwei-Bahnen-Kegelanlage verfügt.

Seine Kraft wird spürbar

Für die 1800 römisch-katholischen Christen der Wolfhager Gemeinde ist die Kirche der Ort, an dem sie Gott begegnen und seine Kraft spüren. Die Frage eines kleinen Kindes, das kürzlich mit seiner Mutter zum ersten Mal seinen Fuß in die Kirche setzte, ob hier Gott wohne, ist deshalb gar nicht so abwegig. Zumal für einen Katholiken Gott in der Kirche mit den Hostien für die heilige Eucharistie immer präsent ist. Die vom Priester verwandelte Hostie symbolisiert den Leib Jesu Christi. Aufbewahrt werden die Hostien in einem Zimborium im Tabernakel, was übersetzt Zelt bedeutet. Das vor jedem Tabernakel brennende „Ewige Licht“ ist äußerliches Zeichen der Gegenwart Gottes.

Immer offen ist die Kirche Sankt Maria als „Domus Dei“ (Haus Gottes) nicht nur für gläubige Katholiken, sondern für alle Menschen. Zumal dort ein ökumenisches Miteinander mit den Protestanten groß geschrieben wird. „In unserer Kirche Sankt Maria ist jeder willkommen“, so Gemeindepfarrer Marek Prus. Sowohl bei den Gottesdiensten und Andachten wie auch bei den kirchlichen und weltlichen Aktionen, die im Gotteshaus oder im Gemeindezentrum angeboten werden. „Denn Gott ist in allen Dingen zu finden. Er wohnt da, wo man ihn einlässt.“

Friedenslicht aus Betlehem

Apropos Bewohner. Sankt Maria ist auch Heimstatt der 25 Mädchen und Jungen der Wolfhager Pfadfinder Sankt Heimerad. Sie bereiten sich momentan auf ein großes Ereignis vor. Am Sonntag, 16. Dezember, holen sie wieder in Kassel das Friedenslicht aus Betlehem ab. Um 18.45 Uhr werden sie damit am Bahnhof in Wolfhagen ankommen. Dort wollen sie die in der Geburtsgrotte Jesu Christi entzündete Flamme als Symbol für Frieden, Wärme und Mitgefühl an alle „Menschen guten Willens“ weiterzugeben.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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