Volkszählung mit klaren Gewinnern und Verlierern

Zensus: Dem Landkreis fehlt ein kleines Dorf

Schwalm-Eder. Im Schwalm-Eder-Kreis leben weniger Menschen, als bislang angenommen. Derzeit sind es 181.327 Personen und somit 196 weniger. So ein Ergebnis der ersten Volkszählung nach der Wiedervereinigung. 196 Menschen, das entspricht etwa einem Dorf wie Waßmuthshausen.

„Im Vergleich mit anderen nordhessischen Kreisen sei das eine sehr geringe Abweichung“, so Landrat Frank-Martin Neupärtl.

Denn damit kommt der Landkreis noch ganz gut weg: In Kassel leben laut Zensus 4672 Einwohner weniger und in Waldeck-Frankenberg sind es 2303 weniger. Während für den Schwalm-Eder-Kreis die Auswirkungen also überschaubar sein dürften, gibt es bei den Städten und Gemeinden klare Gewinner und Verlierer. In Gilserberg ist die Einwohnerzahl über Nacht um 135 Personen gesunken und somit prozentual mit 4,2 Prozent am meisten geschrumpft. „Das ist für uns eine schlechte Nachricht“, sagt Bürgermeister Rainer Barth. Er rechnet mit einem deutlichen finanziellen Verlust - unter anderem bei den Schlüsselzuweißungen. „Das tut richtig weh.“ Vermutlich liege der Rückgang im Wesentlichen an der Schließung eines Übersiedlerwohnheimes, vermutet er.

In Homberg leben laut Zensus 258 Menschen weniger als gedacht (1,8 Prozent). Werde diese Berechnung zugrunde gelegt, dann rechne man für die Kreisstadt allein bei den Schlüsselzuweißungen mit einem Minus von über 240.000 Euro. Also rund 950 Euro weniger pro verlorenen Einwohner. Bürgermeister Martin Wagner betont, dass die Zensus-Zählung anderthalb Jahre alt sei und in Homberg derzeit 14 200 Einwohner und somit rund 300 mehr gemeldet seien. Sehr zufrieden mit dem Zensus-Ergebnis ist man in Felsberg. 210 Menschen (2 Prozent) mehr wurden gezählt. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt Bürgermeister Volker Steinmetz und hofft auf höhere Einnahmen.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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