Die Planungen laufen

Nahwärmenetz in Wasenberg: EAM rechnet mit Baustart im Frühjahr

Eine Heizzentrale, viele Anschlüsse: Über ähnliche Rohre wie hier im Cölber Ortsteil Schönstadt soll in Wasenberg künftig Wärme an Genossenschaftsmitglieder verteilt werden. Foto: dpa

Wasenberg. Das Nahwärmenetz in Wasenberg nimmt weiter Gestalt an - ein Vorhaben, das beispielhaft sein könnte. Das bestätigt Siegmund Laufer, Geschäftsführer der EAM-Energieplus. Denn die Wärme für die Mitglieder der Wasenberger Energiegenossenschaft soll durch Bioerdgas entstehen, das zu mehr als 90 Prozent aus Grünabfällen erzeugt wird.

Damit würden für ein solches Projekt erstmals die Vorgaben des reformierten Erneuerbare-Energie-Gesetz erfüllt werden.

Biogas aus Grünabfällen

Möglich wird das unter anderem, weil das Wasenberger Nahwärmenetz vom Biomassezentrum in Kirchhain-Stausebach profitiert, das erst kürzlich eingeweiht wurde. Dort entsteht aus dem Bio-Müll der Haushalte im Landkreis Marburg-Biedenkopf Rohbiogas. Auch die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda, und damit der Schwalm-Eder-Kreis, beliefert die Anlage. Mit der EAM hat die Wasenberger Genossenschaft einen starken Partner im Boot. Der Energieversorger wird sich nicht nur mit Planung und entsprechender Umsetzung am Nahwärmenetz in Wasenberg beteiligen. Das Unternehmen wird auch die gesamte Heiztechnik übernehmen - die drei Blockheizkraftwerke samt Speichern in der Energiezentrale betreiben, die am Ortsausgang von Wasenberg in Richtung Ransbach entstehen soll. Zugeführt wird dort außerdem Wärme aus dem Blockheizkraft der Biogasanlage in Ransbach.

Wärmenetz

Siegmund Laufer

Alleinige Sache der Genossenschaft wird laut Genossenschaftsvorsitzendem Heinz Heilemann das Wärmenetz sein. Elf Kilometer Rohre müssen nach jetzigen Berechnungen dafür verlegt werden. Mehr als 200 Hausanschlüsse sollen künftig über die Energiegenossenschaft mit Wärme versorgt werden, erklärt Heilemann. Der Energiebedarf wird auf sieben Millionen Kilowattstunden geschätzt. Damit werde das Projekt aus Sicht der Planer rentabel.

Die Kosten

Auf die Genossenschaft kommen dafür Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro zu, sagt Heilemann. Gerechnet wird mit einer Förderung in Höhe von 1,1 Millionen Euro, die Genossenschaft steuert Eigenkapital in Höhe von 1,2 Millionen bei. Der Rest wird über Darlehen finanziert.

Die Ausführung

Über den Status eines Papiertigers ist das Projekt lange hinaus. Aktuell sei man dabei, die Verträge auszuarbeiten, erklärt Geschäftsführer Laufer. Parallel laufen die Planungen weiter. Er geht davon aus, dass im Frühjahr mit den Tiefbauarbeiten begonnen wird und die Mitglieder der Wasenberger Genossenschaft zur nächsten Heizperiode an ihr eigenes Nahwärmenetz angeschlossen sind.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Kommentare