Noch ungeborene Schätze

Als Zentrum regionaler Kultur geplant: Museum der Schwalm

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Bringt Kunst näher: Der Politologe und Kunsthistoriker Konrad Nachtwey ist seit Jahresbeginn der neue Leiter des Museums der Schwalm in Ziegenhain. Foto: Grede

Ziegenhain. „Ein zweiter Louvre wird’s wohl nicht werden, aber zum Zentrum regionaler Kultur kann’s wachsen “, sagt Konrad Nachtwey. Was will der Kasseler Kunstexperte derart zum Aufblühen bringen? Es ist das Museum der Schwalm in Ziegenhain.

Seit Jahresbeginn ist Nachtwey Leiter des Museums des Schwälmer Heimatbundes. „Mit einem kleinen bezahlten und großen ehrenamtlichen Anteil“ will der 77-Jährige im ehemaligen Kommandantenhaus der Wasserfestung neue Impulse setzen. Angedacht ist seine Präsenz an zwei Tagen in der Woche, aber auch bei allen Ereignissen im Museum will Nachtwey vor Ort sein. In die Schwalm will er auch seinen Art und Weise bringen, Kunst zu vermitteln.

Nachtwey tritt an unter Titeln wie „Kunst kennt keine Langeweile“ und „Manches muss man einfach bewundern“. Dass er mit Kunst begeistern kann, auch Menschen, die eher „museumsfremd“ sind, belegte Nachtwey bereits im Museum und in vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten unter anderem bei Vorträgen in Altenheimen oder bei Kunstbetrachtungen mit Jugendlichen.

Ungehobene Schätze

In den vergangenen Wochen vertiefte sich der Kunsthistoriker in die umfangreiche Sammlung des Museums der Schwalm und zeigt sich beeindruckt: Skizzen, Briefe Zeichnungen, Probedrucke – seiner Ansicht nach birgt das Museum noch viele ungehobene Schätze. „Nichts Spektakuläres, aber wir können zeigen, dass wir noch viel Potenzial haben.“ Hinzu kommt in den nächsten Wochen und Monaten die Sichtung und Gesamtinventarisierung der Traditionsgegenstände wie alte Schwälmer Kleidung und Alltagsutensilien. Aufarbeiten in den Museumsbetrieb wird der nächste Schritt sein.

Sein Anspruch ist Vielfältigkeit, die soll nach und nach sichtbar werden. Abwechslung und Einbindung von Jugendgruppen, Schulklassen und Einzelpersonen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Vorstellen kann sich Nachtwey zum Beispiel in einem Raum des Museums mit wechselnden Ausstellungen, Schenkungen und Nachlässe zu präsentieren. Ein Lese-Literatur-Zirkel könnte sich mit der Region auseinandersetzen. Wichtig ist aus seiner Sicht auch die Vernetzung der drei Säulen der Schwälmer Kulturpflege: Erste Gespräche gab es bereits mit Vertretern des Dorfmuseums in Holzburg und des Gerhardt-von-Reutern-Hauses mit der Kunsthalle in Willingshausen. Jede der drei Museumseinrichtungen arbeite an einem eigenen Profil, da könne man gegenseitig sehr viel voneinander profitieren und müsse nicht konkurrieren. Für 2014 sind erste gemeinsame Aktionen geplant. (syg)

• Am Freitag, 18. Januar, ab 16 Uhr, wird Konrad Nachtwey in einer Feierstunde im Museum ins Amt eingeführt. Der Eintritt ist frei.

Quelle: HNA

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