Ziegen befreien Hänge an der Felsburg von Wildwuchs

Bitte lächeln: Kamerascheu sind die Ziegen jedenfalls nicht. Fotos: Féaux de Lacroix

Felsberg. Den ganzen Tag futtern und damit auch noch Geld verdienen - es ist ein Traumjob, den die Ziegenherde derzeit an der Felsburg zu erledigen hat.

140 Ziegen beweiden derzeit die Steilhänge rund um die Felsburg. Sie gehören zum Weideprojekt „Ringgauer Ziegenfeuerwehr“ mit Sitz im Werra-Meißner-Kreis. Die Ziegen werden den ganzen Sommer über eingesetzt, um Kalkmagerrasen in der Region zu beweiden. Für den Einsatz an der Felsburg sind die Ziegen ideal, weil sie sich im bergigen Gelände problemlos bewegen können. Einen weiteren Vorteil nennt Georg von Vogt, 2. Vorsitzender des Felsberger Burgvereins: „Wenn wir die Hänge mähen, bleibt das Gestrüpp liegen und führt dem Boden Nährstoffe zu, so dass dort später eher noch mehr Pflanzen wachsen.“ Die Ziegen hingegen fressen das Gestrüpp auf und sorgen so dafür, dass der Wildwuchs langfristig abnimmt.

50 Prozent der Nahrung von Ziegen besteht aus Gehölzen. „Das unterscheidet sie von Schafen, die sich nur zu 10 Prozent von Gehölzen und zu 90 Prozent von Gras ernähren“, erklärt Beweider Ekkehard Rogée. Deshalb seien die Ziegen gut geeignet, um die Hänge zu beweiden - denn dort wächst viel grobes Gestrüpp. „Gras finden Ziegen eher uninteressant, Büsche sind spannender“, sagt Rogée, der seit 20 Jahren Ziegen hält. „Das Gras fressen die Ziegen nebenbei mit, so wie wir Menschen die Kartoffeln als Beilage zum Schnitzel.“ Auch wenn es so aussieht - die Ziegen fressen nicht ununterbrochen, sondern machen zwischendurch Pausen, um wiederzukäuen. Trotzdem erledigen sie ihre Arbeit schnell:

4 bis 8 Tage würden die Ziegen brauchen, um einen Hektar Fläche auf dem Felsburg-Gelände abzugrasen - vier Tage auf dem Südhang, acht Tage auf dem Nordhang, der stärker bewachsen ist. Insgesamt ist die Fläche, die die Ziegen an der Felsburg beweiden, dreiviertel Hektar groß.

5 Jahre ist es etwa her, dass zuletzt Ziegen an der Felsburg geweidet haben. „Die hat damals der Ziegenzuchtverein Niedervorschütz zur Verfügung gestellt“, erzählt Georg von Vogt, 2. Vorsitzender des Burgvereins. Doch inzwischen hält der Ziegenzuchtverein keine Ziegen mehr. Deshalb sei der Burgverein froh, dass jetzt ein Profi wie Ekkehard Rogée mit seiner Herde die Aufgabe übernommen hat, sagt von Vogt.

Es ist denkbar, dass auch künftig Ziegen für die Landschaftspflege rund um die Felsburg eingesetzt werden. Das sagte Daniela Schreiter von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen auf HNA-Anfrage. In der Vergangenheit habe man auch schon Firmen beauftragt, die Flächen rund um die Burg zu mähen. „Das kostet aber fünfmal so viel wie der Ziegeneinsatz“, sagt Schreiter. Die Kosten für die Ziegenbeweidung belaufen sich auf knapp 1000 Euro. Die Landschaftspflege mit Ziegen sei aber nicht nur günstiger, sondern auch ökologischer, sagt Schreiter. Das sieht auch der Burgverein so: „Unser Wunsch wäre, dass die Ziegen jedes Jahr auf die Burg kommen“, sagt der 2. Vorsitzende Georg von Vogt. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Burgvereins könnten das Mähen der Steilhänge nicht stemmen. Schließlich stecken die Vereinsmitglieder auch so schon jährlich mehr als 1500 Stunden Arbeit in die Instandhaltung der Burg.

Tierische Rasenmäher: Ziegen weiden an der Felsburg

Quelle: HNA

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