Ziegenhainer VW-Händler hat viele Motoren umgerüstet

Viel Kundenkontakt: von links Kundendienstleiterin Ulrike Weckesser, Werkstattleiter Burkhard Linker und Verkäufer Michael Beyer stemmten mit den Mitarbeitern das Skandaljahr. Foto: Schwehm

Ziegenhain. 1000 Kunden des VW-Autohauses Weckesser aus Ziegenhain sind von den manipulierten Motoren betroffen.

Ulrike Weckesser selbst ging es im vergangenen Herbst wie Millionen anderen Menschen. Sie war geschockt. Überall wurde in den Medien vom Skandal der Softwaremanipulierung des Wolfsburger Autoherstellers berichtet: „Ich war sehr ängstlich, als ich damals von einer SmartphoneApp die Meldung bekam, was genau passiert ist“, sagt die Kundendienstleiterin des Ziegenhainer Autohauses Weckesser. Das gerade bei VW so etwas vorkommt, hätte sie niemals gedacht. Ihre größte Sorge war von Anfang an der mögliche Vertrauensverlust der Kunden.

Die Kunden

Ganz anders als zunächst erwartet, stellte sich dann aber die Kommunikation mit den betroffenen Kunden dar, berichtet Ulrike Weckesser. Insgesamt sei sie auf viele VW-Kunden getroffen, die zwar ernst, aber äußerst verständnisvoll mit der Lage umgegangen seien.

Der Konzern

Im November 2015 hat der Volkswagenkonzern offizielle Schreiben an betroffene Kunden verschickt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie ein reibungsloser Ablauf der Softwareaktualisierung stattfinden kann. Die Zusammenarbeit und Unterstützung von VW in Wolfsburg hat Weckesser als sehr professionell empfunden. Insgesamt haben sich durch die Umstände aber auch neue Chance angeboten, erklärt Ulrike Weckesser: „Es ist für uns ebenfalls eine Möglichkeit, eine neue Kundenbeziehung aufzubauen, da ein Interesse auch allgemein an der Situation bestand.

Die Mitarbeiter

Zunächst waren die Mitarbeiter verunsichert, erzählt Ulrike Weckesser, denn man konnte die Folgen der Situation nicht genau einschätzen. Besonders überraschend waren allerdings die spontanen Reaktionen einiger Mitarbeiter. Viele hätten ihre Profilbilder bei Facebook verändert und anstatt eines eigenen Fotos das VW-Logo benutzt. Ebenfalls Bildbeschreibungen wie „In Guten und in schlechten Zeiten“ hätte den Zusammenhalt der Mitarbeiter und vor allem die persönliche Identifikation mit der Firma verdeutlicht.

Die Instandsetzung

Das Autohaus Weckesser hofft, dass im Frühjahr die betroffenen Motoren vollständig umgerüstet sind. Ein genaues Datum lässt sich nach Aussage von VW momentan noch nicht festlegen. Betroffen von der manipulierten Software sind drei verschiedene Dieselmotoren mit 1,2 Liter, 1,6 Liter und 2,0 Liter Hubraum. Ebenfalls bei Audi, Seat und Skoda. Ist das Fahrzeug in der Werkstatt, muss nur ein Computer angechlossen werden und die Software aktualisiert werden. Trotzdem sind alle Fahrzeuge auch ohne Umrüstung verkehrstauglich. Die Diplomkauffrau erzählt von einer Aktion für Wartende während der Instandsetzung. So habe man einen Shuttleservice zum Café Viehmeier in Ziegenhain angeboten, der gerne in Anspruch genommen wurde. Für die Zukunft hofft man weiterhin auf das Vertrauen der Kunden und einen reibungslosen Ablauf der Instandsetzung der Fahrzeugmotoren.

Von Philipp Schwehm

Quelle: HNA

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