Abwasserverband Edermünde und Umgebung weihte neue Photovoltaikanlage ein

„Ziel ist autonome Versorgung“

Claus Beller

Grifte. Genau zum richtigen Zeitpunkt kam die Sonne zwischen den Wolken im Edermünder Ortsteil Grifte durch, denn Dienstag wurde die neue Photovoltaikanlage in der Kläranlage in Grifte eingeweiht. Die Initiatoren des Projektes sind die Bürgermeister Karl-Heinz Färber (Edermünde), Edgar Slawik (Guxhagen), Manfred Schwab (Baunatal).

Früher musste Harald Blum, Betriebsleiter der Kläranlage in Grifte den gesamten Strom, der für den Betrieb benötigt wird, kaufen. Heute werden 40 Prozent des Energiebedarfs selbst produziert.

„Ziel muss es sein, eine autonome Energieversorgung zu erreichen.“

Karl-Heinz Färber

„Die Erweiterung der Stromgewinnung ist ein wichtiger Bestandteil, um die wirtschaftliche und ökologische Bilanz der Kläranlage zu verbessern “, sagte Färber.

Um die Klärbecken und Gebäude herum wurde eine so genannte Nachführanlage erbaut. „Diese richtet sich durch Elektromotoren immer wieder neu, zur Sonne aus, um eine möglichst hohe Energieausbeute zu erreichen“, sagte Claus Beller, Vetriebsleiter der Kirchner Solar Gruppe. Die Nachführsysteme hätten einen 40 Prozent höheren Wirkungsgrad als die Anlagen auf den Dächern.

Es wurden vier Systeme mit einer Gesamtfläche von etwa 240 Quadratmeter und einer Leistung von 35,28 Kilowatt Peak aufgestellt. Das entspricht einer Jahresenergieproduktion von 45 000 Kilowattstunden, kurz kWh, und ist so viel, wie zwölf Einfamilienhäuser im Durchschnitt verbrauchen, sagte Beller. Nach Abzug aller Kosten spare der Abwasserverband Edermünde und Umgebung im Jahr 4000 Euro an Strom ein.

7,5 Cent pro Kilowattstunde

Dies sei gerechnet ohne Strompreiserhöhungen. Eine Kilowattstunde kostet in der eigenen Produktion 7,5 Cent pro kWh, sagte Beller. Die Investitionssumme beläuft sich auf 83 000 Euro.

Der Strom wird nicht wie üblich in das öffentliche Netz eingespeist, sondern im eigenen Betrieb zu 95 Prozent selbst verbraucht. Dabei sei das Einsparpotenzial am größten, sagte Beller.

Es ist nicht neu, dass in der Kläranlage Strom produziert wird. Schon 1981 wurde das erste Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, in Grifte in Betrieb genommen. Das anfallende Faulgas wird im BHKW verbrannt und Energie gewonnen.

Der jährliche Strombedarf liege bei 800 000 Kilowattstunden. Mit den erneuerbaren Energien würden insgesamt 40 Prozent des Strombedarfs gedeckt. „Ziel muss es sein, eine autonome Energieversorgung zu erreichen“, erklärte Färber.

Die Anlage klärt das Abwasser von 23 000 Menschen. Das ist eine fast 100-prozentige Auslastung. Ein wenig Kapazität sei noch vorhanden, sagte der Edermünder Bürgermeister.

Dem Abwasserverband Edermünde und Umgebung gehören die Dörfer Besse, Haldorf, Grifte und Holzhausen, sowie Hertingshausen, Guxhagen, Albshausen, Wollrode, Büchenwerra und Grebenau an.

Von Benjamin Imgrund-Siebert und Nina Nickoll

Quelle: HNA

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