Evangelische Gemeinde ruft zum Friedensgebet auf

Nur Zierenberg läutet für Opfer in Armenien

Einladung zu Friedensgebeten: Immer am ersten Freitag im Monat findet nach dem Abendläuten um 18 Uhr ein ökumenisches Friedensgebet in der Stadtkirche in Wolfhagen statt. Foto:  Wüllner

Wolfhager Land. Im Wolfhager Land gedenkt die Evangelische Kirche in Zierenberg der vielen christlichen Opfer in Armenien von vor 100 Jahren. Am Freitag, 24. April, pünktlich um 17 Uhr sollen in Zierenberg die Glocken läuten. Zudem ruft die evangelische Kirche zu einem Friedensgebet zum Armenier-Genozid-Gedenken auf. Das Friedensgebet während des Glockengeläuts spricht Pfarrer Friedemann Rahn.

Pfarrer Rahn, der aus Sachsen stammt, ist es ein wichtiges Anliegen, sich zu Friedensgebeten zu versammeln. Deshalb lädt er auch gerne alle dazu ein. „Vielleicht liest das ja jemand und entschließt sich noch, dazuzukommen“, sagte Rahn. Das würde ihn sehr freuen.

Dass die evangelische Gemeinde in Zierenberg nach HNA-Informationen offenbar die einzige im Wolfhager Land ist, die am Gedenktag die Glocken läuten lässt und zum Gebet aufruft, überraschte den Pfarrer allerdings. „Aber wir sind gerne die Einzigen und stolz darauf“, sagte Rahn. Alle anderen hätten ja auch immerhin die Möglichkeit, das Gedenken an die Opfer in die Fürbitten am Sonntag einfließen zu lassen. Dekan Dr. Gernot Gerlach erklärte, dass der Kirchenkreis Wolfhagen in die Zierenberger Kirche einlädt. „Nur Zierenberg läutet für Armenien“, sagte Gerlach.

Beten für Flüchtlinge

Zu einer Andacht um 18 Uhr lädt auch der katholische Pfarrer Marek Prus in die Kirche ein. Bei der Andacht soll auch am Freitag insbesondere an die Opfer in Armenien gedacht werden. „Wir haben in den vergangenen Wochen auch für die vielen Flüchtlinge gebetet“, sagte Prus.

Erinnerung ist Pflicht

Der Pressesprecher der Bischöfliche Pressestelle im Bistum Fulda, Christof Ohnesorge, wies darauf hin, dass Papst Franziskus gesagt habe, sich zu erinnern sei Pflicht. Denn wo es keine Erinnerung gebe, halte das Böse die Wunde weiter offen.

Nicht alle Gemeinden würden am speziell Freitag der Opfer gedenken, sondern diese in die Fürbitten bei den Hochämtern am Samstag oder Sonntag einschließen.

Von Monika Wüllner

Quelle: HNA

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