Abraum anders eingeplant

TSV Zierenberg ist sauer, weil Sportplatzkonzept nicht umgesetzt wird

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Ärger um die Sportplätze in Zierenberg: Sebastian Schäfer vom TSV kritisiert den desolaten Zustand des Hartplatzes. Diverse Scherben und größere Steine würden eine Verletzungsgefahr darstellen.

Zierenberg. Die Mitglieder des TSV Zierenberg sind stinksauer: „Wir fühlen uns vorgeführt und ausgespielt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.

Aktueller Anlass ist die Entscheidung des Stadtparlamentes den Abraum vom geplanten Tunnelbau für einen Lärmschutzwall in Burghasungen einzusetzen und nicht, wie vom TSV geplant, für den Neubau eines Sportplatzes. Dies fuchst den TSV besonders, weil sie es waren, die auf die Idee kamen, den Abraum als Untergrund für einen neuen Sportplatz einzusetzen, und die von der Bahn zu zahlenden Ensorgungskosten für den Neubau zu verwenden.

„Unsere Idee weckte Begehrlichkeiten bei den Verantwortlichen unserer Stadt, die mit dem erwarteten Erlös nun den städtischen Haushalt sanieren wollen.“

Gemeinsam mit Experten habe man ein intelligentes und schlüssiges Konzept entwickelt und bereits im Frühling dem Bürgermeister und den Stadtverordneten vorgelegt. „Unsere Idee weckte Begehrlichkeiten bei den Verantwortlichen unserer Stadt, die mit dem erwarteten Erlös den städtischen Haushalt sanieren wollen, statt die dringend notwendigen Investitionen in die marode Sportstätteninfrastruktur zu tätigen“, erklärt TSV-Vorstandsmitglied Sebastian Schäfer.

„Es ärgert uns maßlos und wir empfinden es als respektlos gegenüber unserer ehrenamtlichen Tätigkeit, dass überhaupt nicht mehr mit uns gesprochen wurde und wir von dem Lärmschutzwall beim Bäcker erfahren haben“, ergänzt der zweite Vorsitzende des Vereins, Andy Hellwich.

Die Trainingsbedingungen in Zierenberg seien katastrophal. Auch die Umkleiden und sanitären Einrichtungen wären in einem unzumutbarem Zustand, schreibt der TSV in seiner Pressemitteilung. Es existierten für die Mannschaften, und das seien an manchen Tagen vier Frauen- , mehrere Jugendmannschaften sowie die Altherrenriege, und die Zuschauer nur zwei Toiletten. Sowohl die Warmetal-Kampfbahn als auch der Ausweich-Hartplatz seien stark sanierungsbedürftig und würden von 15 Mannschaften genutzt.

Die Parlamentarier hätten ein Horrorszenario zu den laufenden Kosten für das vom TSV geplante Sportzentrum entwickelt. „Der TSV würde aber als Bauherr auftreten und somit kämen keine finanziellen Belastungen auf die Stadt in Form von Abschreibungen zu.“

„Bürger entlasten“

Entlastet würden bei dem TSV-Konzept, das den Standort für ein neues Sportzentrum in Bahnhofsnähe vorsieht, auch die Bürger. „Die Beschallung der Schreckenberg-Bewohner und die Verkehrsbehinderungen in der Dörnbergstraße wären Vergangenheit“, so Rietze.

Der TSV will weiter für den Sportplatz-Neubau kämpfen. „Wir denken über eine Unterschriftenaktion und die Gründung einer Bürgerinitiative nach“, erklärt Hellwich.

Das sagt Stefan Denn:

Das Wunsch-Projekt des TSV sei für Zierenberg einfach eine Nummer zu groß. Ein Sportpark mit Vereinsgebäude und zwei Plätzen könne man nicht stemmen. Es bestehe kein Zweifel, dass Warmetal-Kampfbahn und Hartplatz dringend saniert werden müssten. „Das können wir aber nur Zug um Zug erledigen. Wir haben einfach zuviel marode Substanz in Zierenberg.“ Für den Sport sei im Haushalt eine sechsstellige Summe veranschlagt. „Wir haben immer gesagt, dass der Abraum-Erlös den Sportlern zugutekommen soll.“

Den Haushalt könne man mit dieser Summe beim besten Willen nicht sanieren. Wenn es nach ihm ginge, würde man einen solide finanzierten, zusätzlichen, Ganzjahresplatz in Zierenberg bauen. Ideen dafür gebe es bereits. (ewa)

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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