Sommerfest Naturparkzentrum Habichtswald: Von Wölfen und Krabblern

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Märchenhaftes mit Botschaft: Jürgen Becker vom Spielraum-Theater ist schon Stammgast im Naturparkzentrum und erzählte die Geschichte von der Steinsuppe.

Zierenberg. Ob Steinsuppe oder fleißige Ameisen: Beim Sommerfest des Naturparkzentrums Habichtswald gab es Spannendes zu erleben.

Auch eine steife Sommerbrise, wolkenverhangener Himmel und der ein oder andere Regentropfen können ihren Reiz haben, wenn man zum Wochenendausflug auf dem Dörnberg unterwegs ist. Insbesondere dann, wenn im Naturparkzentrum Habichtswald allerlei Aktionen auf die kleinen und großen Besucher warten, wie am Samstag, als der Zweckverband Naturpark Habichtswald sein Sommerfest feierte und dem Kasseler Spielraumtheater eine nicht alltägliche Bühne bot. Die musste diesmal zwar wegen des Wetters ins kleine Zelt ausweichen, wo Schauspieler Jürgen Becker aber auch ohne malerische Helfensteinkulisse zu verzaubern wusste.

Spannende Geschichte

Im Gepäck hatte er mit „Die Steinsuppe“ eine besonders spannende Geschichte, in der sich ein alter Wolf von weit, weit her dem Dorf der Tiere nähert. Im Haus der Henne will er sich aufwärmen und Steinsuppe kochen, und weil das Federvieh noch nie von einer solch außergewöhnlichen Gaumenfreude gehört hat, wird sie neugierig und lässt den Wolf herein.

Nach und nach kommen alle Nachbarn dazu, sorgen sie sich doch um die Henne und ihren gefährlichen Besuch. Jeder hat einen Verbesserungsvorschlag für die Suppe mitgebracht und so landen nach und nach Sellerie, Zucchini, Lauch, Rüben und Kartoffeln im Kochtopf. Bis die Suppe fertig ist, sitzen alle beisammen und unterhalten sich. Alle sind begeistert, so wunderbar war es noch nie.

Das Spielraumtheater wäre nicht das Spielraumtheater, wäre in all dem nicht auch eine Botschaft versteckt. Geschickt spielte Becker mit Vorurteilen über den „fremden“ Wolf und erzählte dabei eine wunderbare Geschichte über das Teilen, die vielleicht aktueller denn je ist.

Ausstellung

Entführten in die Welt der Waldameisen: Volker Kneip (links) und Klaus-Berndt Nickel präsentierten auch einen Ameisenhügel.

Vom fremden Wolf bekamen die über 1000 Krabbler nichts mit, die wenige Meter entfernt in der Ausstellung des Naturparkzentrums die Besucher faszinierten. Abtauchen in die Welt der Ameisen, hieß es da bei Klaus-Berndt Nickel von der Ameisenschutzwarte Hessen, der allerlei zu berichten hatten über die Lebensweise und den Nutzen der hügelbauenden Tierchen, vor allem über deren Bedeutung und Wichtigkeit im Ökosystem Wald.

„Wir wollen den Menschen die Welt der Ameisen näher bringen, denn ist man im Wald unterwegs und trifft auf eine Ameisenkolonie, hat man in der Regel weit und breit niemanden, der einem all seine Fragen beantworten kann“, so der Ameisenexperte. Naturgetreu hat er für die Naturparkzentrum--Besucher ein Zuhause der Waldbewohner nachgebaut, gespickt mit Lupen, die die Winzlinge plötzlich ganz groß erscheinen lassen. Allerlei Schaubilder, ein Lehrpfad und ein aktueller Film runden den Ausflug in die Welt der Krabbler ab.

Info-Stände

Nicht fehlen durften auch in diesem Jahr Stände der Naturparkpartner. Mit dabei: Wanderverein, touristische Arbeitsgemeinschaft Habichtswald und der NABU, die gemeinsam über ihre Arbeit informierten und Lust machten auf noch mehr Naturerlebnisse in der Welt des Habichtswaldes.

Nächstes Highlight auf dem Dörnberg: ein großes Keltenfest am 3. und 4. September im und rund um das Naturparkzentrum.

Quelle: HNA

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