UFW wirft Verband schlampige Arbeit vor - Stadt Zierenberg will austreten

Kritik am Wasserverband Diemel

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Arbeiten am Warmebach: Sven Hugk hat Fotos gemacht, nachdem die Mitarbeiter des Wasserverbandes fertig waren.

Zierenberg. Die Unabhängigen Freien Wähler (UFW) in Zierenberg werfen dem Wasserverband Diemel schlampige Arbeit vor. Mit Mehrheit des Parlaments wurde jetzt beschlossen, aus dem Verband zum nächstmöglichen Zeitpunkt auszutreten.

Die Liste der Kritikpunkte ist lang und wurde von UFW-Mitglied Sven Hugk in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung vorgetragen: So werde die Pflege der Baumbestände an den Bachläufen nur unregelmäßig ausgeführt. Wenn die Mitarbeiter, zu denen fachfremde Ein-Euro-Jobber gehörten, mal erschienen, gäbe es immer wieder Schäden. So sei im Jahr 2010 der Sportplatzboden durch schwere Maschinen beschädigt worden.

Ausgeführt würden Arbeiten auch während der Verbotszeit des Naturschutzgesetzes. Arbeiten seien in den vergangen Jahren nur ausgeführt worden, wenn die Stadt mit dem Austritt gedroht habe, sagte Sven Hugk. Obwohl die Stadt jedes Jahr 13.000 Euro an den Verband zahle, tauche Zierenberg weder bei Projekten in der Vergangenheit noch in der Zukunft auf.

Die UFW schlagen vor, dass die Stadt die Bachpflege an Unternehmen vergibt, damit die versäumten Pflegemaßnahmen im Einzugsgebiet der Warme und den Nebenflüssen nun erledigt werden. Dabei würde einiges an Holz anfallen, das die Stadt zur Senkung der Kosten verkaufen könne, meinen die Unabhängigen. Die Bachpflege solle in Zusammenarbeit mit der örtlichen Naturschutzgruppe geplant werden.

Stein des Anstoßes: In Zierenberg ist der Wasserverband Diemel für die Pflege der Baumbestände an der Warme zuständig – wie hier im Bereich des Sportplatzes. Dies werde nur mangelhaft oder gar nicht ausgeführt, kritisieren Stadtverordnete.

Unterstützt wurde die UFW auch von Lutz Kuschel (FDP), er nannte den Austritt unumgänglich, da man seit Jahren immer wieder dieselben Mängel beklage.

Dr. Thomas Beneke von der SPD sprach sich gegen einen Austritt aus. Man müsse bedenken, dass es sich bei dem Wasserverband um eine Solidargemeinschaft handele. Er schlug vor, Gespräche mit dem Verband zu führen, um die Mängel abzustellen.

Auch Bürgermeister Stefan Denn war von einem Austritt nicht begeistert. Er glaubt, dass die Arbeiten in Eigenregie teurer werden könnten. Bei dieser Aussage wurde er von Rüdiger Umbach unterstützt, der für seine Rede kurzzeitig das Amt des Stadtverordnetenvorstehers an seinen Stellvertreter übergab. Es sei leichtfertig, jetzt aus dem Verband auszutreten, zumal demnächst dort eine neue Führungsmannschaft antrete. „Wir werden keine Kostenersparnis haben, das ist Kaffeesatzleserei.“

Mit 13 Ja- und zehn Gegenstimmen wurde in der Parlamentssitzung im Zierenberger Bürgerhaus der Austritt spätestens zum Ende 2013 beschlossen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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