Zierenberger Schüler arbeiten als erfolgreiche Unternehmer

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Schülerfirma Ligno et Glossa: Die Schüler der 9. Klasse der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg produzieren in ihrer eigenen Firma Gegenstände aus Plastik, Metall, und Holz. Ein Renner unter den Produkten ist eine große Holzkerze mit Beleuchtung. Aber auch Insektenhotels, Pokale und Vogelhäuschen gehören zum Sortiment.

Zierenberg. 16 Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Elisabeth-Selbert-Schule in Zierenberg haben eine eigene Firma gegründet. Das Unternehmen heißt Ligno et Glossa, das bedeutet Holz und Glanz. Die Produkte bestehen aus Holz, Plastik und Metall.

Insektenhotels, Spardosen, Pokale, Vogelhäuschen und diverse Gartendeko haben die Schüler schon entworfen und verkauft. Unterstützt und begleitet wird die Schüler-Firma von „Junior - Schüler erleben Wirtschaft“, einer gemeinnützigen GmbH mit Sitz in Köln.

Die Lehrer Nadine Bernecker und Sebastian Dirkes agieren bei diesem einjährigen Projekt als Coach. Sie greifen nur ein, wenn es notwendig ist. Von der Ideenfindung über das Firmenlogo bis hin zu neuen Produktideen arbeiten die Schüler selbstständig. Sie sind zuständig für Verwaltung, Buchführung, Produktion, Marketing und die Geschäftsleitung.

Und so mussten sie bereits erste Entlassungen vornehmen. „Wir haben ein paar Überstunden gemacht und uns samstags getroffen“, sagt Geschäftsführer Jeremias Tezel. Das haben nicht alle Schüler mitgemacht. Monatsprotokolle, Lohnbücher und Steuern übermitteln die Schüler eigenständig jeden Monat an Junior.

Die Aktie der Schülerfirma ist mit zehn Euro in den Handel gegangen und liegt inzwischen bei 45 Euro. Durch den Verkauf der Produkte erhalten die Schüler den Mindestlohn in Höhe von 50 Cent je Stunde. „Darauf haben sich die Schüler selbst geeinigt“, sagt Lehrerin Nadine Bernecker. Zu Beginn strebten die Jugendlichen 15 Euro die Stunde an.

Ein positiver Effekt sei, dass sich die Schüler stark mit der Firma identifizieren. „Manche haben sich richtige Arbeitskleidung gekauft“, sagt die Lehrerin. Außerdem gehen die Schüler mit Problemen anders um. „Vor dem Projekt sind sie Konflikten eher aus dem Weg gegangen“, sagt Bernecker. Jetzt suchten sie nach Lösungen. Das Unternehmen wächst nicht nur, es arbeitet auch nachhaltig. „Das Plexiglas und das Holz sind Abfallprodukte, die recycelt werden“, sagt Bernecker. „Das Grandiose an dem Projekt ist, dass die Schüler fächerübergreifend das Wissen aus dem Unterricht einbringen können.“ Denn für das Verfassen von Geschäftsbriefen sind ein guter, fehlerfreier Schreibstil und bei der Buchhaltung mathematische Berechnungen erforderlich. (pju)

Quelle: HNA

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