400 Besucher

HNA-Lesertreff: Zierenbergs Bürgermeisterkandidaten zeigten Profil

Zierenberg. Brisante Themen und immerhin vier Kandidaten, dies ließ eine turbulente Veranstaltung erwarten. Doch was die rund 400 Besucher beim HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Zierenberg erlebten, war eher ein ruhiger Abend mit disziplinierten und gut vorbereiteten Bewerbern.

Dennoch zeigten alle vier Profil und ließen die Zierenberger mit vielen Erkenntnissen und Informationen nach Hause gehen. Auch amüsiert, denn die kleinen Quizfragen zur Heimatkunde, die die HNA-Moderatoren Florian Quanz und Nikolai Ulbrich vorbereitet hatten, sorgten für gute Unterhaltung.

Die stand im Kontrast zu ernsten Themen, zum Beispiel dem Schuldenberg der Stadt Zierenberg. Lothar Rietze sieht Einsparpotenzial bei den Personalkosten, die er für zu hoch hält. Dr. Sylvia Kernke favorisiert dagegen interkommunale Zusammenarbeit und die Suche nach Kostenfressern. Auch Stefan Denn nannte die interkommunale Zusammenarbeit, betonte jedoch, dass man bei allem Sparwillen die Infrastruktur halten müsse. Armin Pfeiffer würde im Falle seiner Wahl erstmal einen Kassensturz machen und schauen, wo gespart werden könnte.

Beim Thema Tourismus haben die Kandidaten unterschiedliche Vorstellungen. Kernke will Zierenberg zur Marke in Sachen Natur entwickeln. Die vielen Potenziale der Stadt müssten nur vermarktet werden, dann sei Zierenberg auch für Familien attraktiv und locke Gewerbe an.

Gewaltiger Andrang im Bürgerhaus Zierenberg: 250 Stühle waren gestellt, mehr als 400 Besucher kamen gestern Abend zum HNA-Lesertreff anlässlich der Bürgermeisterwahl in Zierenberg am kommenden Sonntag, 28. September. Foto: Thon

Pfeiffer sieht eine Chance für den Tourismus in der Kooperation mit der Gemeinde Habichtswald. Man müsse ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie schön es in Zierenberg sei. Auch der Ausbau des Radwegenetzes liegt Pfeiffer am Herzen.

Rietze sieht Entwicklungsmöglichkeiten bei Angeboten für Wanderer und Mountainbiker. Dies passe zur Mittelgebirgslandschaft. Auch der Ausbau der Gastronomie gehöre dazu. Denn setzt auf naturnahes Erleben: Golfen, Segelfliegen und vor allem das Wandern. Der Habichtswaldsteig müsse noch besser vermarktet werden. Wichtig sei, die Region zu vernetzen.

Souverän zeigten sich alle vier Bewerber bei der Abschlussfrage der Moderatoren, in welchen Zierenberger Stadtteil sie denn ziehen würden, wenn man sie aus der Kernstadt vertreibe: „Burg-Oels-Elsungen“ antwortete Denn schlagfertig, weil jeder Stadtteil seinen Charme habe. Pfeiffer entschied sich für Escheberg, weil es dort so wunderbar ruhig sei. Kernke kehrte zu ihren Wurzeln zurück. Als gebürtige Oelshäuserin dürfe sie da auch wieder hin. Rietze zieht es im Falle eines Rauswurfs nach „Hoh-Esch-Laar“, weil Hohenborn, Escheberg und Laar idyllisch seien und oft zu kurz kämen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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