Telefonate führten auf die Spur

Zigarettenschmuggel: Bewährungs- und Geldstrafen für Vater und Sohn

Schwalmstadt. Wegen Steuerhehlerei mussten sich diese Woche zwei in Russland geborene Männer aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Marburger Landgericht verantworten.

Vorwurf: Mit geschmuggelten Zigaretten sollen die beiden, Vater und Sohn, dem Finanzamt 100.000 Euro vorenthalten haben.

Unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul verurteilte die Strafkammer den 58-jährigen Vater zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren, ausgesetzt für fünf Jahre zur Bewährung. In diese Strafe bezog das Gericht ein vorausgegangenes Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt ein. 2012 war der Mann wegen unerlaubtem Waffenbesitz zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Der 35-jährige bisher unbescholtene Sohn erhielt für die Zoll- und Steuervergehen eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Diese setzte das Gericht für drei Jahre zur Bewährung aus.

Ausschlaggebend für das relativ milde Urteil und die Aussetzung der Strafen zur Bewährung waren für das Gericht vor allem das umfassende Geständnis beider Angeklagten, die gezeigte Reue, die Bereitschaft zur Schadenswiedergutmachung und eine günstige Sozialprognose.

Im Zeitraum vom September 2009 bis Februar 2011 hatten die beiden zunächst kleinere Chargen, danach immer größere Mengen an unverzollten und unversteuerten ausländischen Zigaretten vor allem in Polen aufgekauft – mit dem Ziel, sie lukrativ weiterzuverkaufen. Laut Anklage handelte es sich um eine Größenordnung von 3400 Stangen mit je 200 Zigaretten.

Bereits 2009 war die Zollüberwachung auf die beiden aufmerksam geworden, als in einer anderen Sache das Handy eines der beiden Männer überwacht worden war. Nach Angaben eines Zollbeamten war nie von Zigaretten, sondern immer von Sommer- oder Winterreifen oder Meterware gesprochen worden. Bei bis zu fünf Fahrten hatte der Sohn dann die Zigaretten in Polen abgeholt, über die Grenze geschmuggelt und anschließend in einer dafür angemieteten Garage gelagert.

Zusätzlich zu der Bewährungsstrafe muss der Vater eine Geldbuße in Höhe von 2000 Euro zahlen. Darüber hinaus müssen beide Männer in monatlichen Raten zu je 200 Euro finanzielle Wiedergutmachung des Schadens leisten.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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