Der Pfarrer und Leiter der Akademie für soziale Berufe wechselt nach Bielefeld

Zippert sagt Hephata ade

Tritt im Januar eine Professur an: Dr. Thomas Zippert verlässt nach acht Jahren die Schwalm, um wieder mehr zu unterrichten. Foto: Rose

Treysa. Lehren, forschen und viel mehr Zeit zum Nachdenken – diese Hoffnung setzt Dr. Thomas Zippert in seine neue Aufgabe an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. Der Geschäftsbereichsleiter der Akademie für soziale Berufe verlässt Hephata zum Jahresende. Acht Jahre war der 49-jährige Pfarrer in der Schwalm, jetzt sucht er nach neuen Herausforderungen.

Bis 2002 arbeitete Zippert im Bereich der Pfarrerfortbildung in Hofgeismar. „Von Innen kannte ich Diakonie zu dieser Zeit nicht“, sagt er. Doch schon seit seiner Promotion habe ihn der Bildungsprozess stark interessiert. „Theologen verstehen das ganze Leben – also auch heftigen Krisen und Einschränkungen – als Bildungsprozess“, erklärt der Pfarrer.

Selbst Notfallseelsorger

Deshalb habe ihn die Aufgabe an der Akademie sehr gereizt. „Dabei habe ich nicht nur an neuen Lehrplänen mitgewirkt, sondern auch hinterfragt, welche Qualifikationen Studierende für ihren Beruf brauchen.“ Wie die Arbeit mit Betroffenen aussieht, weiß Zippert aus eigener, praktischer Erfahrung. „Durch die Aufgabe des Notfallseelsorgers“, verdeutlicht der Theologe.

Mittlerweile ist er seit fünf Jahren Bundesvorsitzender der Konferenz der Ausbildungsleiter der Diakonenausbildung. 2004 erarbeitete Zippert das Profil der diakonischen Ausbildung als Rahmenordnung für künftige Studiengänge. Auf Fachhochschulebene hat er neben der Diakonenausbildung auch die Ausbildungen der Heilerziehungspflege und der Altenpflegehilfe sowie den Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ in Hephata mitgestaltet. „Ich hatte hier ein hochkooperatives, wunderbares Kollegium“, sagt Zippert.

Bildungsmanager

Er selbst sieht sich als Bildungsmanager. „Es war viel Verwaltung und nur etwa ein Viertel selbst lehren“, erklärt er. Die familiäre Atmosphäre auf dem Campus – es gibt in Hephata 400 Studierende – habe er stets geschätzt. „Besonders im Ausschuss des Förderfonds habe ich in so manchen Abgrund geblickt“, erzählt er. Der Förderfonds ermöglicht das Studium auch sozial und finanziell Benachteiligten. Genossen habe er die Gottesdienste, die am Anfang und dem Ende des Schuljahres gefeiert wurden. „Da konnte ich mich austoben“, sagt er. „Und die Hephata-Gottesdienste sind die lebhaftesten, die ich je erlebt habe.“

Deshalb geht Dr. Zippert mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Aber ich freue mich auf die Herausforderung. Ich möchte der Frage nachspüren, wie eine Gesellschaft, die sich immer mehr auseinander entwickelt, mit Menschen umgeht, die am Rand stehen.“ Im Januar tritt der Theologe seine Professur an. Während der Woche wird Zippert in Bielefeld wohnen, am Wochenende reist er zur Familie in die Schwalm.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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