Zuckerfest erinnert an Heimat

Flüchtlinge aus Breuna und Elbenberg feierten Ende des Ramadans

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Die Fastenzeit ist beendet: Am Wochenende feierten junge Flüchtlinge der Wohngruppen Breuna und Elbenberg im evangelischen Freizeitheim Elbenberg das Zuckerfest. Betreuer Emil Dzaferi aus Bosnien kümmerte sich um den Grill.

Elbenberg/Breuna. Vollbeladen mit Schüsseln und Kuchenblechen trafen die jugendlichen Flüchtlinge aus der Wohngruppe Breuna zusammen mit ihren Betreuern Nico Gillet und Angelika Wagner am späten Nachmittag im evangelischen Freizeitheim in Elbenberg ein, um das Ende des Ramadans zu feiern.

Ungeduldig und mit großem Hallo wurden sie dort von der Wohngruppe der jugendlichen Flüchtlinge, Erziehungsleiterin Gabi Massier, Gruppenleiterin Birgit Aschenbach und Ortsvorsteher Uwe Förster erwartet. Wollten sie doch alle mit dem Zuckerfest das Ende des Ramadans feiern. Die meisten der Flüchtlinge sind Muslime und halten sich an die Regeln des Fastenmonats. Als Belohnung steht am Ende des Ramadans das Fest des Fastenbrechens, das Zuckerfest.

Seit Tagen haben die Jugendlichen der gemischten Wohngruppe aus Elbenberg mithilfe der Betreuerinnen gekocht und gebacken. Der Tisch war liebevoll gedeckt mit herrlichen Köstlichkeiten, wie beispielsweise das süße Baklavagebäck. Als Beilagen gab es Salate, Reis, Fladen- und Weißbrot und Kuchen. Schweinefleisch war natürlich tabu, dafür viel Geflügel und Lammfleisch. Am Grill stand einer der Betreuer, der Bosnier Emil Dzaferi, der 1999 aus dem Krisengebiet des Kosovo nach Deutschland kam. Er kann sich als ehemaliger Flüchtling in die Situation der Jugendlichen besonders gut hineinversetzen.

Ein Junge aus Afghanistan freute sich an diesem Tag ganz besonders, da durch einen glücklichen Zufall seine beiden Cousinen in der Wohngruppe in Elbenberg gelandet waren. Mit strahlenden Gesichtern saßen sie zusammen am Tisch und konnten sich mal wieder in ihrer Heimatsprache unterhalten und Neuigkeiten über die Familie in Afghanistan austauschen. In den meisten Familien wurde in den entsprechenden Heimatländern mit einem großen Familienfest das Zuckerfest drei Tage lang gefeiert, und für die Kinder gab es viele Geschenke. Kein Wunder, dass viele der jungen Flüchtlinge in dem für sie fremden Land unter Heimweh leiden. Aber beim gemeinsamen Essen und anschließendem Federball- und Fußballspiel auf dem Gelände des Freizeitheimes in Elbenberg konnten sie für kurze Zeit ihre Sorgen vergessen.

Quelle: HNA

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