Europäische Union verhandelt über die Agrarpolitik

Zuckerordnung bleibt vorerst weiter bestehen

+

Schwalm-Eder. Die heimischen Zuckerrübenbauern müssen sich vorerst nicht mit Billig-Konkurrenz – wie etwa aus Brasilien – messen:

Die Zuckermarktordnung, die für stabile Preise und Konditionen für die heimischen Zuckeranbauer sorgt, wird frühestens 2017 auslaufen. Davon ist Martin Häusling (Oberurff), grüner Europaparlamentarier, überzeugt.

Der Agrarexperte verhandelt mit über die zukünftige Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union. Das Parlament habe sich in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Zuckerordnung bis zum Jahr 2020 zu verlängern.

Die EU-Kommission, die europäische Regierung, habe dagegen vorgehabt, den Zuckermarkt zum Jahreswechsel 2015/2016 zu liberalisieren.

Der europäische Anbau habe den Vorteil, dass man Umweltauflagen erlassen und kontrollieren könne, während in Brasilien nicht umweltfreundlich gearbeitet werde, sagte Häusling. Auch das Lohnniveau in Brasilien sei ein Problem.

Ein dritter Vorschlag zum Zuckermarkt werden die Agrarminister unter Führung der irischen Ratspräsidentschaft vorlegen, erläuterte Häusling. Wie die deutsche Regierung votiere, sei noch unklar, da die Liberalen eher für eine Öffnung des Zuckermarktes seien, sagte Häusling.

Er rechne damit, dass der Vorschlag der Minister darauf abzielen werde, die Marktordnung übergangsweise bis 2017 zu verlängern. In Gesprächen müssen sich die drei Institutionen einigen.

Er gehe davon aus, dass bis zu diesem Zeitpunkt nicht an der bestehenden Marktordnung gerüttelt werde, sagte Häusling: „Bis dahin haben die Landwirte Sicherheit.“ Die bisher letzte Reform habe viel gebracht, damals wurden Anbauflächen reduziert. Nun werde in der EU nicht mehr über den eigenen Bedarf hinaus Zucker produziert.

Quelle: HNA

Kommentare