Zuckerschaum gegen Löwenzahn: Umweltverträgliche und effektive Unkrautvernichtung in Homberg

Getestet und für gut befunden: Bauhofleiter Frederick Naumann (links) und Frank Trieschmann (rechts) mit André Walter von der Firma Trieschmann.

Homberg. Frisch gekochter weißer Zuckerschaum wird auf dem Unkraut verteilt, das sich zwischen den Pflastersteinen auf dem Homberger Marktplatz ausbreitet: Statt mit chemischen Unkrautvernichtungsmitteln, wird das Unkraut jetzt gekocht - und zerstört.

„Wir dürfen die Flächen nicht mehr mit chemischen Unkrautvernichtungsmitteln spritzen. Nur für die Friedhöfe haben wir eine Ausnahmegenehmigung“, sagt Bauhofleiter Frederick Naumann. Dieses Verbot freue das Unkraut. Unerwünschte Pflanzen, wie Löwenzahn und wilde Kräuter gedeihten seither prächtig.

Naumann und Frank Trieschmann von der Firma Trieschmann Gartengestaltung aus Holzhausen überzeugten sich schon mal vor dem Rathaus von der Wirkung des Heißwasser-Schaumsystems. Vor allem die gepflasterten Flächen und solche, die sich schlecht mähen ließen, gehörten zu den Problemflächen, so Naumann im HNA-Gespräch.

„Das ist, wie Gemüse blanchieren.“

Bei dem Verfahren wird heißes Wasser mit einer Temperatur von fast 100 Grad Celsius ohne Druck auf die zu behandelnden Flächen aufgebracht. Die Hitze verträgt das Unkraut nämlich nicht. Die Folge: Das pflanzliche Eiweiß löst sich auf und die Pflanze stirbt ab. Übrig bleiben nur wie gekocht aussehende Pflanzenreste. „Das Verfahren kann man sich am Besten so vorstellen: Das Unkraut wird wie Gemüse blanchiert“, sagt Naumann. Danach werde es braun und sterbe ab. Der Vorgang müsse wiederholt werden. 4000 Euro für drei Behandlungen im Jahr zahlt die Stadt dafür. Letztlich spare man Geld, der jährliche Einsatz von Personal und Maschinen entfalle, sagt Naumann.

Der heiße Schaum bestehe zu 100 Prozent aus Pflanzenzucker (Kokosnuss und Mais) und sei rein ökologisch. Insekten, wie Ameisen oder Bienen, werden nicht angelockt. Der Zucker sei nicht süß genug.

Quelle: HNA

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