Der Betrieb Riemenschneider mit seltenen Nutztierrassen ist jetzt offiziell Arche-Hof

Zuflucht für bedrohte Arten

Vier Generationen für den Erhalt bedrohter Tierrassen: Familie Riemenschneider führt ab jetzt einen Archehof der GEH. Von links GEH-Geschäftsführerin Antje Feldmann, daneben Helmut Riemenschneider, Erna Riemenschneider, Charlotte Engel mit Töchterchen Mia sowie Ursula Riemenschneider. Im Hintergrund zwei seltene Rinder der Rasse Original Deutsches Braunvieh. Foto:  Berger

Malsfeld. Ein Zuhause für bedrohte Arten – nach diesem Motto leben und arbeiten Ursula und Helmut Riemenschneider aus Dagobertshausen. Ihren landwirtschaftlichen Betrieb hat das Ehepaar ganz in den Dienst vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen gestellt (die HNA berichtete). Auf dem Hof leben zum Beispiel Schwarzwälder Kaltblutpferde, Vorwerkhühner, Harzziegen und Rinder der Rasse Deutsches Braunvieh. Jetzt wurden Riemenschneiders für ihre Bemühungen offiziell als Arche-Hof ausgezeichnet.

„Pflege und Schutz seltener und gefährdeter Tiere ist ein ganz besonders wichtiges Anliegen“, sagte Antje Feldmann von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). Feldman ist Geschäftsführerin des Vereins und überreichte den Eheleuten Riemenschneider am Mittwoch die Archehof-Plakette der GEH.

„Es sind nicht nur die Wildpflanzen und Wildtiere, die allmählich aussterben – auch unsere Haustierrassen gehen nach und nach verloren“, sagte Antje Feldmann und betonte: „Deshalb sind unsere Archehöfe so bedeutungsvoll.“ Immerhin gehe das Artensterben recht rasant vonstatten: Waren es 1984 etwa 30 Rassen, die auf der Roten Liste standen, so sprechen Tier- und Naturschützer heutzutage bereits von etwa 100 bedrohten Haustierrassen. „Und da verstehen wir uns als Multiplikatoren“, sagte Helmut Riemenschneider im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir sind auf der einen Seite der Vielfalt verpflichtet und wollen unseren Teil zum Erhalt der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft leisten“, so der Landwirt, der im Hauptberuf Lehrer ist. „Andererseits wollen wir Vorbild sein für Menschen, die sich ebenfalls für den Schutz seltener Rassen einsetzen mögen.“

Der Archehof der Riemenschneiders soll in dieser Hinsicht künftig als Vorzeigeobjekt dienen. „Wir wollen Anlaufstelle sein für Schulklassen, Wanderer, Urlauber und andere Leute, die sich für bedrohte Tierrassen interessieren“, sagte Helmut Riemenschneider.

Kein Museum

Dabei gehe es der GEH nicht darum, die Archehöfe zu musealen Einrichtungen zu machen, ergänzte Antje Feldmann. „Die Haustierrassen sollen durchaus in den landwirtschaftlichen Betrieb eingebunden sein.“

Und genau das ist bei Riemenschneiders der Fall. „Bei uns gibt’s Landwirtschaft zum Anfassen“, sagte Ursula Riemenschneider. „Mit Nutztieren, die man nicht überall zu sehen bekommt.“ (zbg)

Hintergrund

Quelle: HNA

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