Die Lehrerversorgung an Gymnasien und Oberstufen ist gut

Zufriedene Schulleiter

Schwalm-Eder. Die Schulleiter der Gymnasien und Oberstufenschulen im Schwalm-Eder-Kreis sind mit der Lehrerversorgung im Großen und Ganzen zufrieden. Probleme wie im Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo an einer Schule Lehrer auch nach ihrer Pensionierung unterrichten, damit die Schule ihren Pflichtunterricht abdecken kann, gibt es nicht.

„Wir haben hier ganz gute Strukturen“, sagt der Schulleiter der Melsunger Geschwister-Scholl-Schule, Dr. Reinhard Köhler. Sein Stammpersonal reiche zwar wegen des Doppeljahrgangs nicht aus, um den Pflichtunterricht abzudecken, aber man tausche sich im Schulverbund aus.

Bei den Gesamtschulen gebe es derzeit einen Überhang. „Im kommenden Jahr wird sich die Situation dann eher umkehren“, sagt Köhler. Problematisch sei es nur, wenn Lehrkräfte beispielsweise wegen Krankheit kurzzeitig ausfallen. Auch habe er für solche Fälle kein Budget, um Lehraufträge zu vergeben.

Auch Dr. Ralf Weskamp von der Homberger Theodor-Heuss-Schule ist zufrieden: „Die Lehrerversorgung ist eigentlich gut.“ Probleme bereite es nur, wenn Kolleginnen mitten im Schuljahr in Mutterschutz gingen. Für Fächer wie Mathematik sei es schwer, eine Vertretung zu finden.

Weskamp für Budget

Eine Lösung wäre laut Dr. Weskamp, wenn die Schulen ein Stundenbudget hätten. Würden zum Beispiel in einem Schuljahr viele Überstunden angehäuft, könnte die Schule im nächsten Schuljahr eine Lehrkraft mehr einstellen.

Wir konnten alle Lehrerstellen besetzen“, sagt Wilfried Ranft, stellvertretender Schulleiter der Willingshäuser Melanchthonschule. Zwar habe man aufgrund des Doppeljahrgangs einen hohen Lehrerbedarf, das habe man aber über Zeitverträge regeln können. „Wir sind in diesem Schuljahr gut bedient“, sagt auch Winfried Heger, Leiter der Christophorusschule in Oberurff. „Aber hätten wir Bedarf gehabt, hätten wir sicherlich Schwierigkeiten bekommen, jemanden zu finden.“

„Was die Lehrerversorgung angeht, kann ich nicht klagen“, sagt Dr. Ulrich von Nathusius, Leiter der König-Heinrich-Schule in Fritzlar. Grundsätzlich sei es aber ein Problem, dass das Kultusministerium Lehrerstellen zu knapp zuweise. Wäre zum Beispiel eine Lehrerversorgung von 105 Prozent gegeben, könnten Engpässe leichter ausgeglichen und für Schüler Förderangebote oder Arbeitsgruppen angeboten werden.

Probleme mit der Lehrerversorgung gibt es laut Schulleiter Frank Siesenop auch am Schwalmgymnasium in Schwalmstadt nicht. Die Leiterin der Fritzlarer Ursulinenschule, Jutta Ramisch, sagt: „Wir sind so versorgt, dass wir keine Lehrer von außen brauchen.“

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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