Regierungspräsidium: Areal in Hausen darf ein Besonderes Wohngebiet werden

Dauerhaft wohnen im Ferienpark: RP gibt grünes Licht

Wohnen, wo andere Ferien machen: In Hausen könnte das bald erlaubt sein. Unser Foto zeigt einen Blick auf ähnliche Objekte am Silbersee Frielendorf. Archivfoto:  Grede

Oberaula. Die knapp 100 Häuser des Ferienwohnparks Hausen werden voraussichtlich zum dauerhaften Wohnen und Vermieten freigegeben. Das Regierungspräsidium hat der beantragten Abweichung vom Regionalplan zugestimmt.

Wenn es während der Offenlegungsfrist im Oberaulaer Rathaus bis Mitte Mai keine gewichtigen Einwände gibt, könnte die Gemeindevertretung die von vielen erwünschte Änderung im Juni in Satzungsform gießen, der Park würde dann ein „Besonderes Wohngebiet“.

Seit Jahren geht es in dem Ferienpark, dessen erste Häuser 1978 gebaut worden waren, Unmut. Sogar ein Gerichtsverfahren wurde angestrengt: Fünf Eigentümer erreichten per Vergleich, dass sie in ihren Objekten wohnen dürfen. Diese Duldung war jedoch nicht übertragbar auf Erben oder Käufer, auch nicht auf andere Eigentümer. Die Folge: Menschen lebten und leben ohne Meldung in dem Park, und für die Häuser sind nur geringe Preise zu erzielen - argumentieren die meisten Eigentümer. Die Vermietbarkeit war rückläufig.

Laut Bürgermeister Klaus Wagner hat auch die Gemeinde Interesse an der Satzungsänderung, denn erst dann könnten sich diejenigen, die dort ständig wohnen, beim Einwohnermeldeamt registrieren. 3212 Menschen wurden in der Gemeinde zum Jahresende 2011 gezählt.

In den vergangenen Jahren sei zunehmend vor allem bei auswärtigen Eigentümern im Rentenalter der Wunsch entstanden, die Ferienimmobilie als Altersruhesitz zu nutzen. Etwa ein Viertel der 97 Häuser ist nach Wagners Schätzung ständig bewohnt. Der Verwaltungschef würde sich über jeden, der offiziell ein Oberaulaer wird, freuen.

Nachteilig habe sich die geltende Regelung auch auf die nötige energetische Modernisierung der Häuschen ausgewirkt: In denen gebe es überwiegend noch immer Nachtspeicherheizungen, moderne Dämmung fehlt zumeist. Wenn die Eigentümer sich nun zur Sanierung entscheiden, so sei dies gut für die Umwelt und das örtliche Handwerk könnte auch profitieren, hofft Bürgermeister Wagner.

Mit dem grünen Licht vom Regierungspräsidium habe er fest gerechnet, erklärte Wagner im Gespräch mit der HNA. Eine Vollversammlung im Vorfeld habe ergeben, dass alle Eigentümer das Dauerwohnrecht wollen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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