Der Naturschutzbund zeichnete vier schwalbenfreundliche Häuser aus

Ein Zuhause für die Vögel

Im Einsatz für Vögel: Horst Seiler (rechts) baut jeden Winter neue Nistkästen für verschiedene Vogelarten. Helmut Zinn gibt wertvolle Tipps. Oben rechts zwei Schwalbennester am Haus. Fotos: Quanz

Großropperhausen. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) in Schwalmstadt zeichnete Hausbesitzer in Großropperhausen und Seigertshausen dafür aus, dass sie Schwalben ein Zuhause bieten. Die Idee dazu hatte Helmut Zinn, Vogelschutzbeauftragter für die Gemeinde Frielendorf von der Vogelschutzwarte Frankfurt, als er bei seinem Bekannten Horst Seiler die Vielzahl an Schwalbennestern an der Hauswand sah.

„Sie haben ein Herz für die Natur und beweisen dies, indem sie den Schwalben die Möglichkeit bieten bei ihnen am Haus zu nisten“, erklärte Dr. Wulf Rheinwald, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe.

Horst Seiler aus Seigertshausen freut sich jedes Jahr auf die nistenden Schwalben: „Es werden immer mehr und das freut uns. Meine Frau und ich lieben es, dem Gezwitscher morgens zuzuhören.“ An einer Dachseite seines Hauses hat er 13 Schwalbennester.

Kuhställe ideal zum Nisten

Bei Irene und Karl Siemon findet man die Schwalben im Kuhstall. „Das ist ein idealer Platz zum Nisten für Schwalben“, sagte Dr. Wulf Rheinwald. Dort würden Schwalben sofort Heu finden, mit dem sie die Nester bauen könnten.

Für Schwalben werde es immer schwieriger Nester zu bauen, da es an verwendbarem Material fehle. „Hausbesitzer sollten einen kleinen Eimer mit nassem Lehm für Schwalben bereitstellen. Den können sie dann zusammen mit Heu und ihrem Speichel zum Nestbau benutzen“, erklärte Helmut Zinn.

Zwei Schwalbenarten

Hausbesitzer, die ein Schwalbennest am Haus haben, können auf einem Blick erkennen, um welche Schwalbenart es sich handelt. „In unserer Region kommen zwei Schwalbenarten vor. Während das Nest der Rauchschwalbe oben offen ist, gibt es im Nest der Mehlschwalbe nur eine kleine Öffnung zum reinfliegen. Um die Auszeichnung als schwalbenfreundliches Haus zu erhalten, muss man nicht nur Schwalben in Ruhe am Haus und in Ställen nisten lassen, sondern auch neue Nistplätze schaffen. Alle Ausgezeichneten haben sich dazu bereiterklärt. Neben der überreichten Urkunde sollen sie im nächsten Jahr noch eine Plakette für das Haus erhalten.

Horst Seiler schafft nicht nur Nistplätze für Schwalben, sondern baut auch Nistkästen für andere Vogelarten.

„Diesen Winter werde ich 20 bis 30 neue Nistkästen bauen. Viele davon verschenke ich auch an Freunde und Bekannte“, sagte Seiler. Helmut Zinn gab beim Besuch in der Werkstatt dann noch wertvolle Tipps. „Am besten ist unbehandeltes Lerchenholz für Nistkästen geeignet. Die Innenseite der Nistkästen sollte rau sein, so dass die Vögel leichter herauskommen. Ausgezeichnete Hauseigentümer: • Lothar Bechstein (Großropperhausen) • Reinert Schmidt (Großropperhausen) • Gerda und Horst Seiler (Seigertshausen) • Irene und Karl Siemon (Großropperhausen).

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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