100 engagierte Wolfhager beteiligten sich an Konferenz zur Energiewende

Wolfhagen. Im Vorfeld war sie umstritten, die Zukunftskonferenz in Sachen Energiewende in Wolfhagen. Für die einen längst überfällig, sahen andere in ihr nicht viel mehr als ein Beruhigungsmittel angesichts des heiß diskutierten Windkraft-Projekts am Rödeser Berg.

Die Wirkung am Samstag dann überraschend, denn die Konferenz entpuppte sich weniger als Beruhigungspille, sondern vielmehr als Energiespritze. An die 100 Bürger waren der Einladung von Stadtwerken und dem Kasseler Planungsbüro ANP gefolgt, zeigten sich engagiert und interessiert, sprachen in der Gruppe offen über ihre Themen. „Wir hatten eine wirklich tolle Energie“, sagte Birgit Beutel, die als Spezialistin für Kommunikations- und Führungstrainings hinter dieser ausgeklügelten Form der Großgruppenmoderation steht.

Karten schreiben, Punkte kleben, Interviews führen - vielseitig waren die Herangehensweisen, um die Vor- und Nachteile der verschiedenen erneuerbaren Energiequellen zu diskutieren.

Eine persönliche Nummer wies den Teilnehmern per Zufallsprinzip ihren Weg durch den Info-Dschungel. Die Herausforderung: In jeder der halbstündigen Runden mussten sie sich gleichermaßen auf ein neues Thema und auf neue Gruppenkollegen einstellen. „Das macht es super spannend, für die Teilnehmer aber auch sehr anstrengend“, so Beutel.

So stellten sich an acht Stationen verschiedene Fachleute den Fragen der engagierten Wolfhager. Finanzielles kam ebenso wenig zu kurz wie Formales, etwa planungsrechtliche Rahmenbedingungen für Windenergieanlagen. Die Energieriesen am Rödeser Berg hatten schon im Vorfeld der Konferenz für Wirbel gesorgt. Die Bürgerinitiative „Keine Windkraft in unseren Wäldern“ wollte wegen „schwerer Defizite im Entstehungsprozess“ nicht teilnehmen. Kurzfristig eingelenkt, informierten Dr. Horst Koenies und Dr. Harald Becker dann doch über ihr Anliegen und scheinen es nicht bereut zu haben: „Es war gut, dass wir dabei waren“, sagte Dr. Koenies. „Es wird jedoch von den Ergebnissen abhängen, wie unsere Beurteilung letztlich ausfallen wird.“

Die Ergebnisse sollen schon am nächsten Freitag auf den Tisch und künftig in die Entscheidungsprozesse von Stadt und Stadtwerken einfließen.

Beutels erstes Fazit: „Unterschiedliche Ansichten wurden auf Augenhöhe und frei von Emotionen diskutiert, über Jahre aufgebaute Empfindlichkeiten hatten die Chance, ausgeräumt zu werden, die Menschen sind wieder näher zusammengerückt.“ Das sei der wichtigste Schritt hin zur geplanten Energiewende, denn nur gemeinsam könne ein solch zukunftsweisendes Projekt gelingen.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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