Die Zukunft wird sehr teuer

Bad Emstal. Die Fraktionen des Bad Emstaler Gemeindeparlaments wollen an einem Strang ziehen und gemeinsam eine Lösung für die Zukunft des Thermalbades finden.

Ganz im Sinne der Initiatoren der Thermalbadgründung sehen die heute politisch Verantwortlichen die Notwendigkeit, statt partiellen Veränderungen eine Gesamtlösung zu erarbeiten. Dieses Anliegen haben die drei Fraktionsvorsitzenden Jens Siegmann (SPD), Sascha Göhlich (Bürgerliste) und Elisabeth Theiss (Bündnis 90/Die Grünen) in einer gemeinsamen Presseerklärung dokumentiert.

Wunsch des Parlaments ist auch, dass die Bürger Bad Emstals in den Prozess einbezogen werden sollen (wir berichteten). Deshalb ist die Thermalbadsanierung auch einziges Thema der Bürgerversammlung am kommenden Dienstag. Viel Zeit, um ein tragfähiges Konzept für die Zukunft zu finden, bleibt nicht. Denn dringend erforderlich ist die Betonsanierung im Beckenbereich des Thermalbades. Die muss laut Gutachten schnellstmöglich erfolgen, damit die Tragfähigkeit gewährleistet bleibt. Wir nicht saniert, droht die Schließung der Einrichtung von Amts wegen.

Und mit der Betonsanierung tendieren die drei Fraktionen zu umfassender Umgestaltung. Die Vorsitzenden, so heißt es in der Erklärung, seien sich bewusst, dass die Umsetzung sehr kostenintensiv sein wird. Deshalbdürfe hier nur „mit gründlicher Vorarbeit und unter enger Einbeziehung der Bürger vorgegangen werden“.

Neben der Betonkonstruktion, deren Sanierung auf 1,3 Millionen Euro geschätzt wird, sollte das Bad so gestaltet werden, dass „auch zukünftigen Generationen von Badegästen ein unbeschwertes und heilendes Badvergnügen“ ermöglicht werde, so die Fraktionsvorsitzenden. Ob und wie das geschehen soll, müsse mit den Bürgern diskutiert werden. Ebenso die Frage, ob darüber hinaus weitere Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den Gästen mehr Aufenthaltsqualität im Bad zu bieten.

Um dies optimal und zügig umzusetzen zu können, ist eine vorübergehende Schließung des Bades - wahrscheinlich ab Beginn des kommenden Jahres - nötig, denn derartig umfangreiche Bauarbeiten sind bei laufendem Betrieb nicht möglich. Dabei wird in den drei Fraktionen auch über die Möglichkeit nachgedacht, den Besuchern des Thermalbades während der Sanierungsphase Angebote zu machen. Die Überlegungen gehen über die anderweitige Nutzung des Heilwassers hin bis zum Weiterbetrieb der begleitenden Einrichtungen, wie Therapie, Sauna, Solarium und Quellenhof.

Bis es soweit ist, werden verschiedene Möglichkeiten, Szenarien und Varianten angedacht und eingeschätzt sowie deren Kosten ermittelt. Die Fraktionen halten auch eine Wirtschaftlichkeitsanalyse des Kurbetriebes für erforderlich, um die Folgen der verschiedenen in Betracht gezogenen Entscheidungen für den Ort zu erarbeiten und darzustellen. Auch dies soll dann den Bürgern vorgestellt werden.

„Es ist wichtig die weiteren Schritte sehr genau zu durchdenken. Mit heißer Nadel gestrickte Konzepte würden Bad Emstal insgesamt sehr schaden“, heißt es in der Presseerklärung.

Quelle: HNA

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