Bundesweite Denkmaltag lockte auch im Wolfhager Land die Menschen

Denkmaltag im Wolfhager Land: Zurück in die Geschichte

Da darf normalerweise niemand hin: Auf dem Dachboden des Verwaltungsgebäudes von Schloss Riede erklärte Norbert Zimmermann vom Förderverein stündlich die Besonderheiten des liegenden Dachstuhls. Fotos: Hoffmann

Riede/Zierenberg/Ippinghausen. Wie wurde die Mühle Laar bei Zierenberg genutzt, als sie noch kein Museum war? Oder was kann die Dachstuhlkonstruktion des Verwaltungsgebäudes von Schloss Riede über die Geschichte des alten Gemäuers erzählen? Auf Fragen wie diese hielt der Tag des offenen Denkmals  Antworten parat – im Wolfhager Land öffneten historische Bauten und Stätten ihre Türen.

Zahlreiche Architektur- und Geschichtsliebhaber nutzten die Chance und begaben sich auf einen Streifzug durch die Vergangenheit.

Die Qual der Wahl hatten sie in Zierenberg, wo gleich drei Stationen „Geschichte zum Anfassen“ boten: Stadtkirche, Mühle Laar und historisches Rathaus. Das noch heute als Verwaltungssitz genutzte Gebäude ist, 1450 erbaut, das älteste erhaltene Fachwerk-Rathaus Hessens. Der spätgotische Bau, ursprünglich mit Ecktürmen versehen, unterlag im Laufe der Geschichte wechselhaften Nutzungen sowie zahlreichen baulichen Veränderungen. Wissenswertes gab es für die Geschichtsbummler über die Dachkonstruktion zu erfahren, deren nach 1600 eingebautes doppeltes Hängewerk noch heute funktionstüchtig ist.

Um die Architektur von Dächern ging es auch auf Schloss Riede, wo Hausherr Dr. Johannes Kahl scharenweise Besucher empfing. Architekt Manfred Quehl und Norbert Zimmermann vom Förderverein führten die Besucher stündlich über den Dachboden des 1682 durch Wolrad von Meysenburg und dessen Ehefrau Sophie von Schwertzell erbauten Verwaltungsgebäudes, der im Gegensatz zum doppelt stehenden Pfettenstuhl des 1850 erbauten Kuhstalls über einen liegenden Dachstuhl verfügt.

Aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart holten Leckereien der Landfrauen, der hauseigene Apfelchampagner und kulturelle Schmankerl. Regina Primus und Elmar J. Kuhnert zeigten im ehemaligen Kuhstall ihre Bilder und Skulpturen, Michael Tröster verwöhnte die Ohren der Besucher unter dem Motto „Hör-mal im Denkmal“ in der Patronatskirche.

Interesse an Kultur wecken

Seine sanften Gitarrenklänge noch im Ohr, bummelte es sich im Anschluss gleich etwas unbeschwerter durch die wenige Kilometer entfernte Weidelsburg, Nordhessens größte Burganlage südlich von Ippinghausen. Einst eine der bedeutendsten spätmittelalterlichen Burgen in Hessen, war auch sie Teil des Denkmaltages, dessen Ziel es ist, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.

Quelle: HNA

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