Oliver Häberle und sein Circus Herkules sind aus Spanien heimgekehrt

Zurück aus der Krise

Wieder in Nordhessen: Oliver Häberle und der Circus Herkules sind aus Spanien heimgekehrt. Das Foto zeigt ihn im Jahr 2008 in Borken mit den Hunden Gin und Whisky. Archivfoto: Dellit

Treysa. Die Kamele, die Lamas und die Pferde sind gleich da geblieben. Oliver Häberle hingegen ist aus Spanien zurückgekehrt und hat seinen Circus dabei. 2008 hatte der Stuttgarter den nordhessischen Circus Herkules übernommen.

2009 wagte er den Sprung nach Spanien. Das erste Jahr dort sei noch ganz gut gewesen, sagt er, aber: „Danach war es die reine Katastrophe.“ Die Krise hätte richtig reingehauen, die Menschen hatten schlicht kein Geld für den Circusbesuch. In den Tourismusregionen sei es ja noch gegangen, erzählt Häberle und fügt überspitzt hinzu: „Es gibt aber Gegenden, da essen die Leute den Putz von der Wand.“

Probleme mit der Bürokratie

Probleme habe es auch mit der Bürokratie gegeben, Korruption und Schikanen seien an der Tagesordnung gewesen. Das hänge nicht damit zusammen, dass der Circus Herkules aus dem Ausland stammt. Auch einheimische Unternehmen hätten das zu spüren bekommen.

Mit denen haben sich die deutschen Circusleute übrigens prächtig verstanden. So kam es auch, dass die Tiere des Circus Herkules den Eigentümer wechselten und jetzt im Circo Quiros auftreten. Im Gegenzug hat Häberle zwei Nummern aus Spanien mitgebracht: Linaya Moreno reitet die Hohe Schule zu Pferd, Conchy Munoz und Gary Jahn präsentieren patagonische Seelöwen.

Kurz und knackig

Nun ist Herkules wieder in Nordhessen auf einer „kurzen, knackigen Tournee“, wie der Chef sagt. Diese führt ihn unter anderem nach Schwalmstadt und Homberg (siehe links).

Die Tour zum 35. Bestehen des Unternehmens soll auch ein Test sein, ob der Circus Überlebenschancen hat.

Selbst die Großen der Branche spielten manchmal nur vor 40 Zuschauern, erzählt Häberle. „Wenn es ein Fiasko wird, muss man überlegen, ob man noch ein Produkt anbietet, das keiner haben will.“ Der Auftakt sei jedoch vielversprechend gewesen.

Nur aus Spaß

Außerdem habe er einen klaren Vorteil, sagt Häberle: „Ich mache den Circus nicht, weil ich muss, sondern weil es mir Spaß macht.“ Leben könne er von seiner Firma, die Plakate druckt, unter anderem für zwei der Schwalmstädter Bürgermeisterkandidaten. So hofft er, dass er Menschen trotz des Internets – das er als größte Konkurrenz sieht – für den Circus begeistern kann. Sonst bleibt ihm immer noch sein Haus in Spanien, noch so eine Erinnerung an die Tour. ARTIKEL LINKS

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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