Zurück ins Leben:  Niedensteiner will Selbsthilfegruppe gründen

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Auf der Suche nach Mitstreitern: Mikel Marz aus Niedenstein möchte im Chattengau eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Mobbing-Problem, Depressionen oder Burnout-Syndrom gründen.

Schwalm-Eder. Gebräunt, smart, kurze graue Haare mit Stoppelfrisur, schwarzes Hemd: Mikel Marz sieht anders aus, als man sich einen psychologischen Berater für Krisensituationen vorstellt. Der Niedensteiner möchte eine Selbsthilfegruppe gründen.

Acht Bücher zu Themen wie Mobbing, Depression, Suizid und Burnout hat der 48-Jährige bisher geschrieben. Selbsthilfe heißt, das Marz selbst Betroffener ist oder besser war. „Das stimmt. Vor acht Jahren wachte ich auf und hatte alle Symptome eines Schlaganfalls.“ Der gebürtige Kasseler erzählt von seiner Zeit im Rollstuhl und wie er wieder sprechen lernte.

„Ich habe alle Leidensstationen durchlitten.“

„Einige Ärzte stellten damals falsche Diagnosen.“ Er hatte keinen Schlaganfall erlitten, sondern einen beschädigten Nervenkanal und einen gequetschten Nerv. Mühsam habe er sich zurück ins Leben gekämpft.

Nach acht Monaten im Rollstuhl habe er das Laufen erlernen müssen und auch sein Sprachvermögen sei nur nach und nach zurückgekommen. „Ich habe alle Leidensstationen durchlitten. Ich war irgendwann an einem Punkt, an dem ich sogar über Suizid nachgedacht habe.“

Das Internet habe ihm geholfen. „Ich habe viel recherchiert und mich mit anderen Menschen ausgetauscht“, erzählt Marz. Damals habe er viel positive Resonanz erhalten: So sei er auch dazugekommen, über einen neuen Lebensweg nachzudenken. Seinen stressigen Job in der Gastronomie gab er auf und absolvierte eine Ausbildung zum psychologischen Berater: 16 Monate Fernstudium, Praktika und Seminare.

Seine Berufung sei es nun anderen Menschen aus schwierigen Situationen zu helfen. Dabei versteht er sich in erster Linie als Coach, also als Berater. Für die Selbsthilfegruppe sucht er noch Teilnehmer.

Quelle: HNA

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