Neue Gewerbevereinigung soll die Kaufleute in der ganzen Region Schwalm-Eder-West stärken

Zusammen soll’s besser gehen

Will als Gewerbestandort stärker werden: Jesberg setzt wie die Nachbargemeinden Bad Zwesten und Neuental auf die Gründung einer neuen, schlagkräftigen Gewerbevereinigung Schwalm-Eder-West. Die Initiative dazu gibt die Borkener Gewerbevereinigung, die auch Wabern mit ins Boot holen will. Foto:  Brandau

Jesberg. Wenn man Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer fragt, warum die Kellerwaldgemeinde eine Gewerbevereinigung braucht, dann muss man sich auf ein wahres Sperrfeuer der Argumente gefasst machen.

Schlemmer ist angetan von der Idee der Borkener Gewerbevereinigung, ihren Aktionsradius auf Jesberg, Bad Zwesten, Wabern und Neuental auszuweiten, einen neuen, schlagkräftigen Verein zu gründen. „Es ist genau das, was wir brauchen.“

Lange Liste der guten Gründe

Seine Gründe: Weil es keine Gewerbevereinigung in Jesberg mehr gibt, weil dieser neue Verband den Standort sichere, weil er Jesberg vor dem Dornröschenschlaf bewahre, weil er eine neue Werbestrategie ermögliche und weil er noch dazu die Kellerwaldgemeinde als Einkaufsort besser publik mache.

Das sieht auch Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler so. Eine Gewerbevereinigung, in der sich Kaufleute aus fünf Städten und Gemeinden zusammenschließen, gebe der ganzen Region ein besseres Profil.

Das erste Treffen zu dieser Idee fand in Bad Zwesten vorige Woche statt. 40 Gewerbetreibende aus dem Kurort waren im Rathaussaal gekommen, um sich zu informieren. „Wir hatten eine gute Resonanz“, sagt Köhler. Er ist optimistisch, dass auch die für März geplante Gründungsversammlung gut besucht sein wird. Denn wie in Jesberg gibt es auch in Bad Zwesten keine Gewerbevereinigung.

Auch in Neuental und Wabern sieht es nicht viel anders aus. Beide Gemeinden stellen Brachland in Sachen Gewerbevereinigungen dar – auch dort wurden die Zusammenschlüsse von Gewerbetreibenden vor einigen Jahren aufgelöst.

Die Idee, sich auch für die Händler aus den Nachbargemeinden zu öffnen, habe viele Vorteile, sagt Marco Körner, Vorsitzender der Borkener Gewerbevereinigung. Ihr gehören zurzeit 84 Betriebe an. Zusammen mit den Unternehmen der vier anderen Gemeinden erreiche man locker die Zahl von 150 Mitgliedern. Die seien auch notwendig, um der Konkurrenz im Internet zu begegnen: „Wir müssen zeigten, dass die Händler in unserer Region alles bieten, was die Menschen brauchen“, sagt Körner.

Zudem gebe es viele Themen, die alle Selbständigen, unabhängig vom Wohnort, interessierten: Die Nachfolgeregelung, den Fachkräftemangel, den demografischen Wandel. Bislang habe die Borkener Gewerbevereinigung gute Rückmeldungen auf die Idee, weiter zu wachsen. Das liege auch daran, dass man niemandem etwas überstülpen wolle: „Wir wollen mit vielen Menschen neue Zeichen setzen“, sagt Körner.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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