Forstämter berichten: Bäume leiden unter Wetterbedingungen

Schwalm-Eder: Zustand der Wälder hat sich verschlechtert

Schwalm-Eder. Der Zustand der Bäume in den Wäldern im Landkreis hat sich verschlechtert. Das bestätigten die Forstämter im Schwalm-Eder-Kreis auf HNA-Anfrage.

Laut hessischem Waldzustandsbericht 2011 hat allein bei den Buchen die Kronenverlichtung um zehn Prozent zugenommen. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich, erklärte Christian Foet, Dienststellenleiter im Forstamt Melsungen. „Zum Beispiel hatten die Buchen im Herbst einen sehr starken Bucheckerbehang, sie trugen also viele Früchte“, erklärt Foet. „Das kostet die Bäume zusätzlich Kraft, die ohnehin vom trockenen Frühjahr 2011 geschwächt waren.“

Vor dieser rund dreimonatigen Trockenperiode seien die Buchen zudem schon geschwächt in den Winter gekommen – der trockene Sommer 2010 bedeutete Stress für die Bäume, der sich bis heute auswirkt.

„Im Südkreis sind dazu die Bäume in den überdurchschnittlich warmen Landstrichen besonders betroffen“, teilte Karl Gerhard Nassauer, Forstamtsleiter in Jesberg mit. „Die höheren Temperaturen in den Bereichen wie Oberstes Holz und den Ederauen machen den Bäumen zusätzlich zu schaffen.“ Hinzu kämen Astabbrüche als Folge mehrerer starker Stürme.

Eine weitere Belastung: Schädlingsbefall. „Einige Bäume leiden unter Kahlfraß durch Schmetterlingsraupen“, sagte Nassauer. Zwar könnten sich die Bäume überwiegend regenerieren, die Schäden seien aber oft über Jahre zu sehen.

Von Schädlingen betroffen sind im Bereich des Neukirchener Forstamtes auch die Eichen, deren Zustand sich im hessischen Schnitt verbessert hat. Mehltau und Raupen machen den Eichen dort zu schaffen. „Wenn solche Schäden über mehrere Jahre auftreten, sterben die Bäume ab und sind nicht mehr zu retten“, sagt Günter Schumann, stellvertretender Forstamtsleiter.

Von Sebastian Lammel

Quelle: HNA

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