200.000 Euro in Geräte investiert

Zuwachs bei der Chirurgie: Hospital Fritzlar behandelt Gefäßerkrankungen

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Stellen sich mit der Gefäßchirurgie neu auf: (von links) Dr. Carsten Bismarck (Medizinischer Geschäftsführer), Jörg Graefe (Oberarzt), Tanja Adamovsky (Pflegedienstleitung).

Fritzlar. Das Hospital in Fritzlar musste Patienten mit Gefäßerkrankungen bisher weiterschicken. Sie wurden in Bad Wildungen oder Schwalmstadt behandelt. In Fritzlar gab es keine Gefäßchirurgie. Das hat sich nun geändert.

Seit Oktober arbeitet Jörg Graefe in Fritzlar. Mit dem Facharzt für Gefäßchirurgie hat das Hospital zum Heiligen Geist sein Spektrum erweitert.

Dr. Carsten Bismarck spricht von einem „Meilenstein“ für das Hospital. Der Chefarzt und Medizinische Geschäftsführer verweist auf immer wiederkehrende Gespräche mit Fritzlarer Bürgern und den niedergelassenen Ärzten. „Sie wollen ihre Patienten nicht weggeben“, sagt Bismarck. Immer wieder sei der Wunsch geäußert worden, dass auch Gefäßpatienten in Fritzlar behandelt werden. „Jetzt können wir mit geschwollener Brust sagen, dass wir es mitmachen können“, erklärt Bismarck.

Start der Sprechstunde

Jörg Graefe freut sich auf seine Arbeit in Fritzlar und schätzt die familiäre Atmosphäre. Das Hospital mit seinen 144 Betten sei ein „kleines, aber feines Krankenhaus“. Der Mediziner kümmert sich um die ambulante und die stationäre Versorgung der Gefäßpatienten. Am Montag, 10. Oktober, startet er mit der Sprechstunde im Medizinischen Versorgungszentrum. „Es ist alles da, wir sind bereit“, sagt der 54-Jährige.

Er arbeitet mit der Ultraschalldiagnostik ebenso wie mit der Gefäßdarstellung über Kontrastmittel. Zudem besteht eine Kooperation mit der Radiologie Nordhessen. Die Gefäßchirurgie greift auf die Magnetresonanztomographie (MRT) zurück, um Engstellen in den Blutgefäßen darstellen zu können.

200.000 Euro investiert

Das Hospital hat laut Bismarck 200.000 Euro in Geräte investiert, um Gefäßerkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln. „Wir machen alles von der Krampfader bis zum Raucherbein“, sagt Graefe. So gehören etwa die Gefäßerweiterung mittels eines Ballon-Katheders oder das Setzen eines Bypasses zu den Leistungen der Fritzlarer Gefäßchirurgie.

Eingebettet ist die Gefäßchirurgie in die chirurgische Abteilung des Hospitals. Patienten würden auf der Station B1 untergebracht. Die dortigen Krankenschwestern sind auf dem Gebiet der Gefäßchirurgie geschult worden, wie Bismarck erklärt. So solle eine gute Versorgung vor und nach einer Operation sichergestellt werden.

„Wir sind auf dem Weg zu einem modernen Hospital“, sagt Bismarck. Das bedeute zwar viel Arbeit, mache aber auch jede Menge Spaß. Der erste Schritt sei die Etablierung der Gynäkologie- und Geburtshilfeklinik gewesen. Der zweite folgte nun mit der Gefäßchirurgie.

Zur Person

Jörg Graefe (54) wuchs in Karlsruhe auf. Er hat in Hamburg und Würzburg Medizin studiert. Seinen Facharzt für Chirurgie hat er am Kasseler Klinikum abgelegt. In Mönchengladbach folgte der Facharzt für Gefäßchirurgie. Über Stationen in Krefeld, Paderborn und Soest ist Graefe nach Fritzlar gekommen. Dort leitet er die Sektion Gefäßchirurgie des Hospitals zum Heiligen Geist. Graefe ist verheiratet.

Quelle: HNA

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