Kaffeebäumchen vom Sturm zerstört: Knüllgebirgsverein pflanzt junge Stieleiche

Zuwachs in der Igelsheide

Baum-Paten: Mitglieder des Knüllgebirgsvereins mit ihrem Vorsitzenden Gerhard Hosemann (zweiter von rechts) kümmern sich ab sofort um das zerstörte und das neue Kaffeebäumchen. Foto: Rose

Treysa. Im vergangenen Juni tobte ein Sturmtief über die Schwalm hinweg, das erheblichen Schaden anrichtete. Auch in der Natur hat der Wind deutliche Spuren der Zerstörung hinterlassen: Das „Kaffeebäumchen“ auf der Igelsheide zwischen Wasenberg und Treysa verlor seine halbe Krone. Viele Leser bedauerten den Verlust des vertrauten Wahrzeichens und Naturdenkmals. Die kugelförmige Stieleiche, die früher den Bauern Schutz beim Frühstücken und Kaffeetrinken bot, schätzten Experten auf 150 Jahre. In die Wunde drang nach dem Sturm wohl noch ein Pilz ein, der den Baum von innen zerfraß. Damit der Torso kein allzu trauriges Bild abgibt, hat der Knüllgebirgsverein Treysa (KGV) jetzt eine neue Stieleiche gepflanzt. Der Verein wird die Patenschaft für das Bäumchen übernehmen.

Einigung per Handschlag

Das Kaffeebäumchen steht auf einem etwa 175 Quadratmeter großen, städtischen Areal inmitten der Felder, in der Gemarkung „Auf der Hort“. Die umliegende Fläche gehört Anna Elisabeth Kurz und wird von Landwirt Heinz Todt bewirtschaftet. „Wir haben uns hier per Handschlag geeinigt, dass der Verein jederzeit ein Begehungsrecht in Anspruch nehmen kann“, erklärte der Vereinsvorsitzende Gerhard Hosemann.

Die Baumleiche soll auch in Zukunft den markanten Punkt in der Igelsheide kennzeichnen. Für die Erste Hilfe rief man Baumexperte Mathias Pilgram aus Obergrenzebach an Ort und Stelle. Er verarztete den Baumtorso fachmännisch, schnitt ihn zurück, entfernte die Bruchstücke und behandelte die Wundstellen. „Dies nennt man eine baumchirurgische Maßnahme“, verdeutlichte Hosemann. Die Kosten lagen hierfür bei etwa 600 Euro – Geld aus der Vereinskasse.

Nach Schätzungen des Baum- und Landschaftspflegers werde der natürliche Orientierungspunkt dadurch noch etwa 40 Jahre erhalten bleiben. Geplant war die Pflanzaktion ursprünglich schon im November, unmittelbar nach der Notfallversorgung. „Doch der frühe Wintereinbruch hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erzählt Gerhard Hosemann.

Jahreszahl ins Holz geritzt

Am Dienstag war es nun soweit: Die junge Stieleiche, gespendet vom Pflanzencenter Warmke, wurde von Mitgliedern des Vereins in unmittelbarer Nachbarschaft des markanten Torsos gepflanzt. An dem prangt nun eine Infotafel und die schicksalhafte Jahreszahl 2010. „Den Dank für dieses Engagement gebe ich als Stadtverordnetenvorsteher auch im Namen der Gremien gerne an meine Mitglieder weiter“, sagte Hosemann.

Auch künftig wird der Verein das Bäumchen pflegen. Die Pflanzaktion wurde zumindest schonmal ordentlich begossen: Mit 100 Litern Wasser für die junge Eiche.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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