Kabarettduo aus Frankfurt gastierte zum Jubiläum der Kulturschmiede Remsfeld

Zwei wie Don Camillo

Zwei, die Spaß machen: Das Kabarett-Duo Camillo mit Fabian Vogt (links) und Martin Schultheiß beim Auftritt in Remsfeld. Foto: Thiery

Remsfeld. Wenn ein Pfarrer und ein Physiker Musikkabarett machen, kommt eine große Vielfalt dabei heraus. Das Duo Camillo aus Frankfurt – mit Fabian Vogt und Martin Schultheiß – musizierte im Saal des Remsfelder Bürgerhauses zum 25-jährigen Bestehen der Kulturschmiede (siehe Hintergrund). Im Schnelldurchlauf lieferten die beiden eine Pointe nach der anderen.

Remsfeld selbst war immer wieder Angriffspunkt der Kabarettisten. „Elvis lebt“, witzelten sie mit dem Hinweis auf den neuen Logistikbetrieb gleichen Namens am Ortseingang.

Verwandte im Ort

Verbindungen zum Ort gibt es durchaus: Fabian Vogt hat Verwandte in Remsfeld und kennt sich daher gut mit den örtlichen Themen aus. Er ist aber darüber hinaus bekannt, als Macher christlicher Andachten in der Sendung „Moment mal“ im Hessischen Rundfunk.

Mehr oder weniger ernsthaft christlich motiviert waren auch viele der Einlagen. Wie macht man einen Gottesdienst wieder attraktiv?, fragten sie sich, oder anders gesagt: „Früher war in der Kirche die Hölle los und heute?“

Mit einem Abendmahl im All-you-can-eat-Modus lasse sich so mancher langweilige Besuch in der Kirche aufpeppen, verkündete Fabian Vogt. Nach 90 Oblaten und 34 Kelchen werde jeder Gottesdienstbesucher satt und habe dann bestimmt Spaß daran, wenn er vielleicht noch eine Zahnprothese im Abendmahlskelch finde.

Immer wieder bestach Fabian Vogt durch ausdrucksstarke Auftritte; dabei riss er schon mal das Hemd auf und verwies auf seine vermeintlich sexy Brusthaare. Beim Lied „Adler im Hühnerhof“ steigerte er sich dermaßen in den Gesang, dass es für Gänsehaut sorgte.

Auch als von 60-jährigen Groupies verfolgter Rockstar machte er eine gute Figur. „Baby wir wollen dich!“, schrie das Publikum auf seine Anweisung hin mit. Immer wieder nahmen sich die beiden aufs Korn und machten klar: „Wenn Männer sich mögen, putzen sie sich gegenseitig herunter.“

Martin Schultheiß brillierte am Klavier und begleitete Gesang und Gags des Kabarettpfarrerrs, der sich auch noch über die Jammergesellschaft Deutschlands ausließ.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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