Bürgermeisterwahl in Felsberg: Zwei Kandidaten treten an

Felsberg. Derzeit sind alle Augen noch auf die Bundes- und Landtagswahlen am 22. September gerichtet. Doch in Felsberg geht der Wahlkampf danach erst richtig los: Am 3. November können rund 8700 Wahlberechtigte einen Bürgermeister für die Drei-Burgen-Stadt bestimmen.

Wer gewinnt den Kampf ums Felsberger Rathaus? Stefan Rother (links) tritt am 3. November gegen den amtierenden Bürgermeister Volker Steinmetz (rechts) an. Fotos: Archiv

Zwei Kandidaten werden zur Bürgermeisterwahl antreten: Der amtierende Bürgermeister Volker Steinmetz und sein Herausforderer Stefan Rother, beide parteilos. Bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am Donnerstagabend wurden keine weiteren Kandidaten vorgeschlagen, teilte Wahlleiterin Martina Schmidt mit.

Schon jetzt stehen einige Themen fest, die den Wahlkampf in den kommenden Wochen bestimmen werden. Wir haben Vertreter von Felsberger Parteien gefragt, an welchen Fragen sich ihrer Meinung nach der Wahlkampf entzünden wird.

Schuldenabbau: Mit Sparvorschlägen kann man Wähler nur schwer begeistern. Dennoch wird keiner der Kandidaten im Wahlkampf an diesem Thema vorbeikommen: Der Schuldenstand der Stadt Felsberg steigt stetig und soll Ende 2013 bei 29,6 Mio. Euro liegen.

„So geht es nicht weiter in Felsberg“, sagt Werner Plass (FWG). „Es muss konsequent und eisern gespart werden“, fordert Werner Rippel (FDP). Dass gespart werden muss, ist unstrittig - aber wo gespart werden kann, diese Frage wird im Wahlkampf eine Rolle spielen.

Umgehungsstraße: Der Bau der Ortsumgehung betrifft nicht nur die Bewohner der Kernstadt, sondern alle Felsberger - davon ist HilmarLöber (SPD) überzeugt. „Die Altstadt ist das Aushängeschild der Stadt.“ Wenn der Schwerverkehr aus dem Ortskern raus sei, kämen auch Investoren, sagt Löber.

Derzeit ist unklar, ob die Ortsumgehung überhaupt gebaut werden kann, denn die Finanzierung ist nicht geklärt: Wenn das Land Hessen kein Geld für das Projekt zur Verfügung stellt, müsste die Stadt Felsberg in Vorleistung treten. Infrastruktur: „Der Erhalt der Infrastruktur in Felsberg ist ein wichtiges Thema“, sagt Silke Böttcher (CDU). In der Drei-Burgen-Stadt gibt es einige Gebäude, die seit langem leer stehen - sei es die ehemalige Molkerei in Gensungen oder das Alte Hospital in Felsberg.

Auch bestehende Einrichtungen sind zum Teil in Gefahr: In Gensungen soll die Postbank wegfallen, auch die Schließung der Stadtteilbücherei wird diskutiert. „In den DGHs gibt es einen Investitionsstau“, sagt Jochen Pschibul (Grüne). „Wir müssen darüber nachdenken, ob die Stadt alle Einrichtungen erhalten kann.“

Volker Steinmetz (parteilos) ist seit 1. April 2008 Bürgermeister in Felsberg. Der 45-Jährige hatte sich 2007 in zwei Wahlgängen gegen Stefan Umbach (SPD), Klaus Döll (parteilos) und Jens Kroll (DFB) durchgesetzt. Genauso wie bei der damaligen Wahl wird seine Kandidatur auch diesmal von keiner Partei unterstützt. Steinmetz ist Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Beuern.

Stefan Rother (parteilos) kandidiert für die SPD, CDU, FWG und FDP. Die Parteien hatten sich zusammengeschlossen und per Zeitungsannonce einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten gesucht. Rother setzte sich gegen 36 Konkurrenten durch. Der 50-Jährige ist Vater von zwei Kindern und leitet das Ordnungsamt in Preußisch Oldendorf (Nordrhein-Westfalen). Die heiße Phase des Wahlkampfs will er in Felsberg verbringen: Dafür hat er ab Ende September Urlaub genommen. Wenn Rother zum Bürgermeister gewählt wird, will er nach Felsberg ziehen. (jul)

Befragen Sie die Kandidaten

In den kommenden Wochen werden wir den beiden Felsberger Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn fühlen. Gern berücksichtigen wird dabei auch die Fragen unserer Leser. Was wollen Sie von Volker Steinmetz und Stefan Rother wissen?

Kontakt: Mailen Sie Ihre Fragen an die Redaktion, melsungen@hna.de.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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