Pfarrer Friedrich Werner und seine Frau Johanna verabschieden sich in den Ruhestand

Zwei sagen leise servus

Der Pfarrer und die Kirchenmusikerin: Friedrich Werner und Johanna Werner-Balcke sind privat und beruflich ein eingespieltes Paar.

Felsberg. Nach 36 Jahren als Pfarrer der Kirchengemeinden Felsberg und Böddiger geht Friedrich Werner in den Ruhestand. Seit Oktober sind er und seine Frau, die Kirchenmusikerin Johanna Werner-Balcke, nur noch dienstlich vor Ort. In Wehretal-Reichensachsen bei Eschwege haben sie in Johannas Elternhaus ein neues Domizil gefunden. Seit Herbst gehören sie zur Spezies der Berufspendler.

Überhaupt ist es ein Abschied auf Raten: Offizielles Dienstende für den Pfarrer ist am 31. März. Weil noch viel Resturlaub zu nehmen ist, hört er aber schon Ende Januar auf. Nach einem Gottesdienst in Böddiger am morgigen Sonntag wird er von Dekan Rudolf Schulze am 6. Februar in einem Festgottesdienst in der Felsberger Nikolai-Kirche verabschiedet.

Mit dem Weggang des Ehepaares verlieren die beiden Kirchengemeinden nicht nur ihren langjährigen Seelsorger, sondern auch ihre Kirchenmusikerin, Organistin und Chorleiterin.

Auch für Werners ist es kein leichter Abschied. Immerhin hat der Pfarrer in Felsberg sein ganzes Berufsleben verbracht und beide ihre bisherige Zeit als Eheleute. Die beiden Kinder sind dort aufgewachsen – die Tochter war nach der 1918 geborenen Maria Muster das erste Mädchen im Pfarrhaus. In dem großen Haus, das saniert werden musste, hat sich die Familie wohl gefühlt. Über Jahre hinweg haben sie die Sanierung der Kirche begleitet.

Als sie zum 1. Oktober 1974 als frisch verheiratetes Paar nach Felsberg zogen, brauchten sie nur wegen des Flügels einen Spediteur. Die selbe Firma übernahm den Umzug zurück nach Reichensachsen. Nun brauchten Werners einen Wagen mit Anhänger, so wie es der Firmenchef vor über 36 Jahren vorausgesagt hatte. Die Schlafzimmer- und die Büroeinrichtung sind im Übrigen noch zu haben.

Als junger Vikar lernte Friedrich Werner in Reichensachsen seine zukünftige Frau kennen. Als Studentin half sie bei einer Konfirmandenfreizeit. Da war sie 18, er 26 Jahre alt. Ein Jahr später waren sie verheiratet. Mit dem Kinderkriegen haben sie sich dann aber fast zehn Jahre Zeit gelassen.

Die Wahl fiel aufs Edertal

Als für den jungen Theologen anstand, die erste Pfarrstelle zu übernehmen, herrschte Pfarrermangel. Er konnte sich zwischen Eiterhagen und Felsberg entscheiden. Nach zwei Probejahren sagte die Gemeinde ja – und Werner blieb in der Stadt, die beiden gefiel.

„Ich predige gern.“

Pfarrer Friedrich Werner

In all den Jahren sei viel passiert, meint Werner, doch immer seien für ihn die Gottesdienste das Wichtigste gewesen. „Ich predige gern“, sagt der 64-Jährige, der einst überlegt hatte, ob er dem Studium der Theologie oder der Chemie den Vorzug geben sollte. In den vielen Jahren erlebte er den Umbau der Gemeindekrankenpflege zur heutigen Diakoniestation Fulda-Eder, deren Vorsitzender er noch ist, die Veränderungen im evangelischen Kindergarten und die von Manfred Schaake vorangetriebene Spendenaktion für zwei neue Glocken. Drei wurden es dank des Spendeneifers, die nun mit den beiden alten Glocken gemeinsam oder in unterschiedlichen Kombinationen als liturgisches Geläut erklingen. weitere Artikel

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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