Neues neue Vorstandsteam der Stadtparkasse: Zwei Schwälmer am Start

Treysa. Die 100-Tage-Frist ist noch nicht ganz erreicht, doch Wilhelm Bechtel und Reinhard Hooß sehen sich schon längst als ein ideales Gespann. Seit August leiten die beiden Schwälmer die Geschicke der Stadtsparkasse gemeinsam. Dass beide passionierte Skifahrer sind, ist dabei nur eine Randnotiz.

Wilhelm Bechtel (48) ist über Jahre als zweiter Mann des Instituts in die Rolle hineingewachsen. Seinen angestammten Aufgabenbereich, das Kundengeschäft, hat der Zellaer mitgenommen ins Chefbüro, denn seit 1. August ist er der Vorstandsvorsitzender.

Reinhard Hooß (39) versieht als Vorstand alle anderen Bereiche von der Revision übers Rechnungswesen bis zur Kreditnachbearbeitung. Mit Hooß sei die Idealbesetzung gefunden worden, sagt Bechtel über seinen Kompagnon. „Was sollten wir mit Bewerbern von Hamburg bis zum Bodensee?“, fragt der 48-Jährige. „Mit Reinhard Hooß haben wir jemanden, der hier bleibt.“ Glücklich ist Bechtel auch mit dessen Topqualifikation. Reinhard Hooß besuchte über zwölf Monate die Sparkassenakademie in Bonn und ist diplomierter Sparkassenbetriebswirt. Und optimal sei der Altersabstand.

„Geld ist schon immer mein Hobby.“

An Dienstjahren kann der Leimbacher Hooß den Zellaer Bechtel wohl kaum je einholen. 32 Lenze hat der zweifache Vater Bechtel schon auf dem Lebensarbeitszeitkonto, die tatkräftige Hilfe im heimischen Gastronomiebetrieb nicht eingerechnet. Nach der Realschule begann Wilhelm Bechtel eine Ausbildung beim Finanzamt. Bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder war Bechtel anschließend bis zu seinem Wechsel nach Treysa 2001 beschäftigt.

Von der Kreissparkasse kommt auch Hooß, war dort zuletzt Chef der Marktdirektion Ziegenhain. „Nach 20 Jahren Fortbildung will ich jetzt Entscheidungen treffen“, sagt der 39-Jährige. Sein Vorstandsamt ist für Hooß ein Aufstieg und eine Herausforderung.

Beide Männer finden es wunderbar, daheim in der Schwalm Karriere machen zu können. Wegzugehen konnten sie sich auch früher nicht vorstellen. Dass beide nicht in Treysa wohnen, ist womöglich ein kleiner Schönheitsfehler, wird aber akzeptiert. Wilhelm Bechtel lebt mit seiner Familie schon lange im Eigenheim in Neukirchen, der ledige Reinhard Hooß fühlt sich in Ziegenhain zu Hause.

Die Arbeit in Treysa schätzen beide so sehr, weil hier noch ein „normales, solides Geschäft ohne harte Vorgaben an die Berater“ möglich sei. Wilhelm Bechtel: „Lehmann - wir hatten hier nicht einen einzigen Kunden mit diesem Papier.“

Heile Schwalm

Dass man in der heilen Welt der Schwalm rund ums Jahr greifbar ist, findet Bechtel unproblematisch. Vom elterlichen Betrieb sei er die Sieben-Tage-Woche ohnehin gewöhnt. Den Kontakt mit den Kunden zu haben und zu behalten ist beiden wichtig, jahrzehntelange Geschäftsbeziehungen ihres Hauses machen sie stolz. Dass im Geschäftsjahr 2009 eine Kredeitausweitung um zehn Prozent erreicht wurde, zeige das Engagement für die Region. Bechtel: „Bei uns sind die Wege kurz, unsere Büros liegen nur zwei Türen voneinander entfernt.“

Quelle: HNA

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