Nur zwei Tonnen für den Wein

Böddiger Berg: Frostschäden führten zu deutlich geringerer Ernte

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Felsbergs Weinprinzessin Simone Erdmann und Horst Kramer als ehrenamtlicher Helfer machten bei der Lese mit. Foto:  M. Berger

Böddiger. Das Jahr war kein Gutes. Das zumindest sehen die Winzer so, denn die Weintraubenernte fällt deutlich schmächtiger aus als in den Vorjahren, auch am Böddiger Berg.

Sind es sonst in den Durchschnittsjahren etwa sechs Tonnen, die vom nördlichsten hessischen Weinberg geholt werden, müssen sich die Weinfreunde für diesesmal mit ungefähr zwei Tonnen zufrieden geben.

Klaus Stiegel, Vorsitzender des Fördervereins Böddiger Berg: „Das Problem sind Frostschäden, die wir im Frühjahr zu beklagen hatten.“ Denn der April, so Stiegel, war dieses Jahr recht warm, „aber im Mai hatten wir zwei aufeinander folgende frostige Nächte mit bis minus fünf Grad Celsius.“. „Und diese beiden Nächte haben uns diese enorme Einbuße beschert.“

Gerade mal zwei Tonnen geernteter Trauben erwartet Klaus Stiegel, „das werden vermutlich nicht mal 3000 Flaschen“, fürchtet er. Dafür wird der Weinliebhaber allerdings mit einem exquisiten Tröpfchen rechnen können. Stiegel: „Die wenigen Früchte, die wir ernten, sind ausgesprochen gut gewachsen und haben einen hohen Fruchtzuckergehalt.“

Um an der Produktion dieses Weins Anteil zu haben, kamen am Mittwochmorgen wie jedes Jahr eine ganze Menge Erntehelfer. Die zogen bereits um 8 Uhr mit Pflanzenscheren bewaffnet durch die Rebstöcke und knipsten ab, was noch zu gebrauchen war. So beispielsweise Horst Kramer aus Böddiger, der zum dritten Mal dabei ist: „Es ist eine Ehre für mich, helfen zu dürfen.“ Er habe Bekannte in Hamburg und Süddeutschland, denen der Wein vom Böddiger Berg ganz besonders gut schmecke. „Wir müssen uns mit unserem Wein nicht verstecken“, sagte Horst Kramer.

Petra Bischoff aus Falkenberg kann sich gar nicht an die Zeit erinnern, da sie noch nicht am Böddiger Berg bei der Lese half. „Ich bin eigentlich schon immer dabei“, sagte sie. Genau wie Rentner Dieter Bächt aus Gudensberg. „Zehn Jahre helfe ich hier bestimmt schon, und es wird nie langweilig.“ Die Arbeit an den Rebstöcken sei „mal was anderes“, immerhin sei der Böddiger Berg für einen nordhessischen Weinliebhaber deutlich schneller zu erreichen als das Rheinland.

Auch dabei: die neue Weinprinzessin Simone Erdmann aus Felsberg. Sie wohnt seit einem Jahr in der Drei-Burgenstadt und beteuert: „Der Weinberg war das erste, was ich von der Gegend gesehen habe.“ „Und weil ich gerne Wein trinke, möchte ich den Felsberger Rebensaft würdig vertreten.“ Das darf sie nun - zusammen mit Weinkönigin Catharina Hilgenberg.

Quelle: HNA

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