Bad Zwesten soll Windräder bekommen

Bad Zwesten. Bad Zwesten soll Windräder bekommen. Darauf einigten sich die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung im Kurhaus. Vorausgegangen war eine Debatte um das Wort „zügig“.

Dieses hatte im ursprünglichen Antrag der Grünen zum Thema Windkraft gestanden, der Gemeindevorstand solle zügig die Windanlagen auf den Weg bringen.

Bürgermeister Michael Köhler wollte aber berücksichtigt wissen, dass gesetzliche Vorgaben eingehalten und die Anwohner an der Entscheidung beteiligt werden. Dagegen hatten die Grünen nichts einzuwenden. Grüne und SPD stimmten für den Beschluss, es gab eine Gegenstimme und neun Enthaltungen.

Ein Antrag der Bürgerliste, sich gegen Standorte in Bad Zwesten auszusprechen, fand keine Mehrheit. Die Bürgerliste wollte gemeinsame Standorte mehrerer Kommunen ins Gespräch bringen, etwa im Zweckverband Schwalm-Eder-West.

Köhler: Wenig Spielraum

„Wir haben ganz wenig Spielraum“, sagte Bürgermeister Köhler über mögliche Standorte und nannte mehrere Kriterien, die viele Gebiete schon ausschlössen.

Bundeswehr: Die Heeresflieger verlangen einen 14-Kilometer-Radius um den Flugplatz, in dem keine Windräder stehen dürften. Allerdings will die Gemeinde darüber mit der Bundeswehr noch einmal sprechen.

Ortslagen: Zu bebauten Gebieten muss in der Regel ein Mindestabstand von einem Kilometer eingehalten werden.

Vogelschutz: Einige denkbare Standorte liegen im Gebiet von schützenswerten Vögeln.

Optik: Die Altenburg wäre aus windtechnischer Sicht gut geeignet, so Köhler, allerdings würden Windräder dort das Gemeindegebiet dominieren und die Sicht beeinträchtigen.

Köhler möchte auch, dass die Gemeinde finanziell von Windanlagen profitiert. Deswegen bevorzuge er gemeindeeigene Flächen, denn dann könne Bad Zwesten Pacht kassieren. Das sei für die Gemeinde sinnvoller als über die Gewerbesteuer an der Windkraft beteiligt zu sein.

Die Steuer werde nämlich auf den kommunalen Finanzausgleich angerechnet, der Gemeinde also teilweise wieder abgezogen. Bei Pachteinnahmen sei das anders.

Selbstverständlich müsse man die gesetzlichen Regeln beachten, sagte Martin Häusling (Grüne). Er gab zu bedenken, dass auch Tiefflugübungen der Bundeswehr eine Beeinträchtigung seien.

Häusling sprach von drei möglichen Standorten im Süden der Gemeinde. Köhler hält kommunale Flächen zwischen Niederurff und Oberurff (Sandäcker) für möglich, eventuell komme auch Wenzigerode in Frage.

Quelle: HNA

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