Unfallversicherung erkennt psychische Schäden nicht an

Nach Raubüberfall: Bad Zwestener kämpft um Anerkennung

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Keine Chance: Wolfgang Plaga-Haeger wurde Opfer eines Raubüberfalls und seitdem ist in seinem Leben nichts mehr so, wie es einmal war.

Bad Zwesten. Er war nur höflich und stoppte auf dem Fußweg nach Hause ganz kurz, um dem Mann eine Zigarette zu geben. Weil der darum bat. Doch kaum griff Wolfgang Plaga-Haeger nach den Zigaretten in seiner Brusttasche spürte er auch schon die Faustschläge in seinem Gesicht.

Was danach geschah, weiß der 57-Jährige aus Bad Zwesten nicht mehr. Er wurde Opfer eines Raubüberfalls und hat auch knapp zwei Jahre danach noch mit den Folgen zu kämpfen. Mehr als das: „Ich muss jetzt auch gegen meine Versicherung kämpfen, die doch eigentlich für mich da sein sollte“, sagt er.

Denn während die Rentenversicherung den Raubüberfall als Unfall und somit die Beeinträchtigung von Plaga-Haeger anerkannt hat, weigere sich die Unfallversicherung Axa zu zahlen. „Die vorliegenden psyschischen Beschwerden sind nicht die Folge einer organischen Schädigung, sodass hierfür kein Versicherungsschutz besteht und eine Invaliditätsleistung nicht fällig wird“, heißt es in einem Schreiben der Versicherung.

Das kann Wolfgang Plaga-Haeger nicht nachvollziehen. Wenn er von dem Tag erzählt, der ihn und seine Frau aus der Bahn geworfen hat, dann bleibt für ihn jedes Mal die Zeit stehen. „Ich wurde Opfer eines Raubüberfalls“, sagt er und wirkt dabei zerbrechlich.

Irgendwann sei er damals zwischen Büschen liegend zu sich gekommen, habe es geschafft sich aufzurichten und nach Hause zu gehen.

Damals haben die Plaga-Haegers noch in Berlin gelebt, mittlerweile wohnen sie im beschaulichen Bad Zwesten. Weil er sich im Heimatort seiner Frau sicherer fühlt als in der Großstadt.

Mein Jochbein war gebrochen. Mein Gesicht war so angeschwollen, dass mich meine Tochter nicht erkannt hat“, sagt er. Es folgten Operationen und Alpträume. „Er schlägt im Schlaf um sich, schreit und jammert“, sagt seine Frau.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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