Suche über Internet erfolgreich

Bad Zwestenerin fand Freundin nach 70 Jahren über Facebook

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Erfolgreiche Suchaktion: Enkelin Elsina Swart half ihrer Oma, Renate Pudig, bei der Suche nach ihrer alten Schulfreundin über Facebook.

Bad Zwesten. Facebook verbindet, und zwar nicht nur junge Leute, sondern auch die ältere Generation: Nach 70 Jahren fand Renate Pudig aus Bad Zwesten über das soziale Netzwerk ihre lange vermisste Freundin Hannelore Hollinger wieder.

Die Frage, wie es der ehemaligen Schulfreundin wohl geht, konnte so beantwortet werden. Immer wieder hatte sich die 79-Jährige gefragt, was wohl aus Hannelore geworden ist.

Die Freundinnen wuchsen im Berliner Stadtteil Neukölln auf und waren gemeinsam mit Elvira Stefan ein eingeschweißtes Dreierteam. Es gibt noch ein Bild vom ersten Schultag, das die Mädchen in Berlin zeigt. Die Bad Zwestenerin erinnert sich noch daran, wie sie als Kinder zusammen in der Wäscherei von Hannelores Großmutter zwischen den Laken spielten.

Nach dem Krieg verloren sich die Spuren. Renate Pudig, ehemals Winter, musste mit ihrer Familie in den Kriegswirren 1941 nach Ostpreußen fliehen. Versuche blieben erfolglos Als sie wieder nach Berlin zurück kam, sei Hannelore nicht mehr da gewesen. Das war vor 70 Jahren. Pudig wuchs dann weiter in Berlin auf, heiratete später, bekam zwei Kinder und arbeitete bei einem Juwelier. Vor 35 Jahren zog sie mit der Familie von Berlin nach Bad Zwesten. Zu der dritten Freundin, Elvira, hatte sie immer Kontakt. Die beiden trafen sich regelmäßig. Eine Frage war immer Gesprächststoff: „Was macht den nur die Hannelore?“ Das bewegte beide sehr.

Alle Versuche, herauszufinden, was aus der Schulfreundin geworden ist, blieben erfolglos. Bis zum Juli dieses Jahres. Als Renate Pudig ihre Enkeltochter Elsina Swart (16) beobachtete, wie sie mit Facebook hantierte, kam ihr die Idee, auch dort zu suchen. Ein Klick und schon war es soweit.

Hannelore heißt mit Nachnamen immer noch Hollinger und hat eine Seite bei Facebook. Das war eine Überraschung. „Ich habe sie sofort auf dem Bild wiedererkannt“, sagte Renate Pudig. „Sie sieht noch aus wie früher.“ Für den weiteren Kontakt half dann die Ortsangabe. „So konnten wir die Telefonnummer heraus bekommen“, sagte Pudig. Sie rief dann an und erklärte Hannelore die Situation. Die erste Annäherung nach so vielen Jahren sei schon aufregend gewesen. Man musste sich erst wieder annähern. Die Freundin ging einen ganz anderen Weg als die Bad Zwestenerin. Sie war Musikerin, ist ledig und zurzeit viel im Internet unterwegs, weshalb sie bei Facebook und Twitter angemeldet ist. Jetzt mailen sich die Freundinnen und wollen weiter in Kontakt bleiben. „Ich bin so froh, sie gefunden zu haben“, sagte Renate Pudig.

Quelle: HNA

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