Polizei spricht gezielt Gefährder an, um Straftaten zu verhindern

Zwölf gefährliche Flüchtlinge im Kreis Kassel im Visier

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Zu wenige Deutschkurse: Jörg Roßberg, Leiter des Sozialamts im Kreis Kassel, kritisiert, dass zu wenig Mittel für Kurse zum Deutsch lernen bereit gestellt werden.

Wolfhagen. Nach Vorfällen mit Flüchtlingen beim Wolfhager Viehmarkt bestätigt Jörg Roßberg, Leiter des Sozialamts beim Landkreis Kassel, dass es einen engen Kontakt mit der Polizei gebe. 

„Im Hinblick auf die hohe Anzahl der Flüchtlinge gibt es aber so gut wie keine Übergriffe auf die Bevölkerung“, so Roßberg.

Einige schwarze Schafe gebe es aber dennoch. Rund 2800 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis Kassel, etwa zwölf „machen uns größere Sorgen“, sagt Roßberg. Die Kreisverwaltung habe seit kurzem eine Mitarbeiterin, die sich um die Krisenintervention kümmert. 30 Stunden pro Woche sei sie vor allem in Flüchtlingsfamilien in Gemeinschaftsunterkünften im Kreis im Einsatz, die Stelle werde vom Land Hessen gefördert. Gebe es größere Konflikte, würden externe Berater zugezogen.

Ob vereinzelte Flüchtlinge Waffen, Drogen oder andere illegale Dinge in Unterkünften im Kreis aufbewahren, ist unklar. „Ohne konkreten Anlass können wir keine Zimmer oder Schränke durchsuchen.“ Auch wenn der Landkreis Hausrecht habe. Sollte es Hinweise geben, würden diese an die Polizei weitergegeben. Kontrolliert würde in Zimmern lediglich im Zusammenhang mit dem Brandschutz.

In den Flüchtlingsunterkünften wie der Pommernanlage in Gasterfeld oder auch in Calden habe es „in der Vergangenheit nach entsprechenden Anlässen regelmäßig“ Gefährderansprachen gegeben, sagt Matthias Mänz, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen. Dabei werden gezielt Personen von der Polizei angesprochen, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. In der Statistik würden diese Gespräche aber nicht erfasst.

Auch Durchsuchungen in Unterkünften habe es bereits gegeben, jedoch im Rahmen von Gefahrenabwehr oder Strafverfahren. Zahlen gebe es auch dazu nicht. 

Instrument zur Gefahrenabwehr

Bei der Gefährderansprache handelt es sich um eine vorbeugenden Maßnahme, um möglicherweise bevorstehende Straftaten zu verhindern oder Gefahren abzuwehren, erklärt Matthias Mänz, Sprecher des Polizeipräsidiums Kassel. Dabei werden anlassbezogen Personen, von denen eine mögliche Gefahr ausgeht, gezielt von der Polizei aufgesucht und angesprochen. Dies „ist ein sehr wirkungsvolles und wichtiges Instrument bei der Gefahrenabwehr“. Die Ansprache findet im persönlichem Umfeld des Betroffenen statt, meist unangekündigt. Ihm solle bewusst gemacht werden, dass die Polizei bei drohenden Gefahren einschreiten wird.


Quelle: HNA

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